Spritzguss kann mehr

Vollelektrische und simultan – doppeltes IMD und IML

Rahmendekor und elektronische Ausstattung in einem – und in der Nachbarkavität noch ein Bauteil, das mit einem Dead-Front Design versehen wird. Dieses Beispiel für komplexe Fertigungsintegration ist als Exponat zur Fakuma angekündigt.

Funktion und Dekor in einem: Auf der Fakuma entsteht auf der PX 320 in einem Produktionsschritt ein komplettes, zehn Zoll großes Display mit integrierter Elektronik, schwarzem Dekorrahmen und Kratzfestbeschichtung. © Kraussmaffei

Mit den Typen 320 und 25 erweitert Kraussmaffei das Schließkraftspektrum vollelektrischer Spritzgießmaschinen der PX-Baureihe an beiden Enden und präsentiert jeweils eine komplexe Anwendung auf der Fakuma.

Auf einer PX 320 entsteht in einem Produktionsschritt ein komplettes, zehn Zoll großes HMI-Display (Human Machine Interface) mit integrierter Elektronik, schwarzem Dekorrahmen und Kratzfestbeschichtung. Dafür legt ein Sechs-Achs-Roboter auf der Düsenseite die IML-Folie mit aufgedruckten Leiterbahnen ein. Zusätzlich läuft auf der Auswerferseite eine IMD-Folie mit Einzelbilddekor durchs Werkzeug und überträgt ihr Lackpaket mit Designschicht und UV-härtendem Top Coat auf das Bauteil.

Neben der IMD-Folie für das HMI-Display läuft eine weitere durchs Werkzeug und bedient eine zweite Kavität mit einem anderen Dekor. Dies wird durch den Folienvorschub von Leonhard Kurz möglich, der laut Unternehmen weltweit als erster zwei Einzelbilddekore unabhängig voneinander auf hundertstel Millimeter positionieren kann und zum Patent angemeldet ist. Das zweite auf der Fakuma realisierte Dekor zeigt eine Dead-Front-Optik, die erst bei Hinterleuchtung zum Leben erwacht und dann beispielsweise Bediensymbole offenbart.

Anzeige
Filigrane, 0,15 Gramm leichte Dichtungsringe aus LSR werden auf der Fakuma live produziert. © Kraussmaffei

Der gesamte Prozess ist vollständig in die kompakte Fertigungszelle integriert. Auf dem Förderband übernehmen UV-Strahler die Aushärtung der Kratzfestschicht (diese Funktion wird auf der Fakuma aufgrund von Sicherheitsbestimmungen deaktiviert sein), darauf folgt eine Laserstation, die zunächst Flakes und Flitter entfernt und danach den Anguss abtrennt und einer Abfallbox zuführt. Industrieroboter mit spezieller Greifertechnologie operieren hierfür auf engem Raum. Eine Reinraumhaube oberhalb der Schließe stellt den technischen Reinraum und gewährleistet den sauberen Werkzeugraum, um Einschlüsse zu vermeiden. Die Zelle ist mobil aufgebaut und kann mit mechanischen Fixierungspunkten schnell an weitere Anlagen angedockt werden.

Die kleineste Maschinenvariante mit 250 Kilonewton Schließkraft zielt auf Artikel mit kleinem Schussgewicht, etwa Präzisionsbauteile für Uhren, Zahnräder und Getriebeelemente. Zur Fakuma wird ein Dichtungsring aus Flüssigsilikon (LSR) mit filigranem Hinterschnitt und nur 0,15 Gramm Gewicht mit 14 Sekunden Zykluszeit produziert. Hierfür wurde eine neue Plastifizierung mit 12 Millimeter- Schnecke und federbelasteter Rückstromsperre entwickelt. Unterhalb der freitragenden Schließe gibt es Raum für die benötigte Vakuumpumpe oder ähnliche Peripherie.

Innerhalb der Standardeinhausung lässt sich mit Hilfe einer Automationslösung der gesamte Prozess inklusive Entnahme und Bauteilablage unterbringen. Der Angusspicker ist vor allem für geringe Raumhöhen (wie im Reinraum) und über eine Klappachse auch für Entnahmeszenarien geeignet – auch bei Mehrkavitätenanwendungen. Die Kraussmaffei Automation steuerte auch die filigranen Präzisionsgreifer bei, die nötig sind, um die winzigen Teile zu entnehmen.

Fakuma: Halle A7, Stand 7303

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem Kunststoff Magazin Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite