Werkzeugwender von Rud

Annina Schopen,

Tonnenschwere Werkzeuge ergonomisch warten

Wo früher ein Kran und mindestens zwei Mitarbeiter nötig waren, um tonnenschwere Werkzeuge von Spritzgussmaschinen oder voluminöse Maschinenteile auszubauen, hat Rud den Werkzeugwender Tecdos TM entwickelt.

Der Tecdos TM macht das Wenden von Schwergewichten leicht. © Roland Hasenmüller/Rud

Der Werkzeugwender bietet dem Anwender einen größeren Tisch bei niedriger Arbeitshöhe. So können Werkzeuge sicher, effizient sowie budget- und prozessoptimiert gehandhabt werden, verspricht Rud.

Der Tecdos TM ist je nach Anforderung in unterschiedlichen Konfigurationen erhältlich, die kleinste Slim-Variante zum Beispiel nimmt mit einer Tischauflage von nur 800 mm Breite Traglasten bis zu zehn Tonnen auf. Der Wendetisch sei prädestiniert für den Einsatz im Werkzeug- und Formenbau, der Spritz- und Druckgusstechnik, Stanz-, Biege- und Umformtechnik, aber auch in den Bereichen Automotive, Elektronik- oder in der Verpackungsindustrie, so der Hersteller.

„Die Controller freuen sich über die Amortisierung der Investition von nicht einmal einem Jahr. Die Betriebs- und Werkstattleiter profitieren von einer rasanten Verkürzung des Wartungsvorgangs und die Serviceteams in der Werkstatt erleben einen Ergonomievorteil und ein Plus an Arbeitssicherheit ohne Verletzungsgefahr“, erklärt Anne Kühling, Produktmanagerin für den Bereich Antriebs- und Fördertechnik bei der Rud Ketten Rieger & Dietz mit Sitz in Aalen.

Toll für die Anwender: Bei der neuen Generation des Wendetischs haben die Ingenieure von Rud beispielsweise beim kleinsten Modell die Arbeitsfläche auf eine Höhe von 595 mm abgesenkt. „Uns war wichtig, dass wir den Anwendern ein besonders ergonomisches Arbeiten ermöglichen. Durch die niedrige Arbeitshöhe kann man ein geöffnetes Werkzeug direkt auf dem Tisch warten. Das dient der Gesunderhaltung der Mitarbeiter und senkt natürlich auch die Rüstkosten“, sagt Klaus Pfaffeneder, Leiter der Konstruktionsabteilung von Rud Ketten (Fördern & Antreiben).

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Ergonomie und Arbeitssicherheit im Blick

Der Tecdos TM ermögliche dabei ein BGV-konformes sicheres Arbeiten. „Wer Lasten mit dem Kran über den Hallenboden schleift oder schrägzieht, der arbeitet nicht nur brandgefährlich, sondern auch gegen die aktuellen Normen, denn §37 der Unfallverhütungsvorschriften für Krane der Berufsgenossenschaften untersagt das ja ausdrücklich“, so Kühling.

Der Werkzeugwender ist für axiale Drehbewegungen von Werkzeugen und Maschinenkomponenten bis zu 64 Tonnen ausgelegt und soll so ein sicheres Drehen und Wenden von Schwergewichten garantieren. Das Wenden der Last geschieht im Schwerpunkt und damit absolut sanft. Der Tisch des Tecdos TM hat einen frequenzgeregelten Antrieb, was für ein besonders sanftes Anlaufen und Stoppen sorge. Der Werkzeugwender ist mit dem High-End-Antriebssystem aus dem Tecdos-Programm ausgestattet. Herzstück ist der Tecdos Omega Drive, der für die Rotation im Wendevorgang sorgt.

Schneller als der Kran

Im Vergleich zum Werkzeughandling mit einem Kran sei das Wenden mit dem Tecdos TM mindestens doppelt so schnell, verspricht das Unternehmen: Es dauere nicht einmal eine Minute. Stecker oder Kühlschläuche, die bei der Kranwartung aus Sicherheitsgründen oft abmontiert werden müssen, könnten bei der Wartung mit dem Wendetisch einfach dranbleiben.

Der Werkzeugwender ist für axiale Drehbewegungen von Werkzeugen­ und Maschinenkomponenten bis zu 64 Tonnen ausgelegt. © Roland Hasenmüller/Rud

Wer einen Tecdos TM in seiner Werkstatt habe, der könne unter Umständen sogar ganz auf die teure Investition einer Kraninstallation verzichten und somit viel Geld einsparen. Denn die Wendevorrichtung lasse sich mit einem Flurförderfahrzeug (Gabelstapler, Hubwagen etc.) verfahren und könne daher überall im Betrieb eingesetzt werden. „Das bietet Unternehmen ganz neue Möglichkeiten in der Hallenplanung. Die Wartungslogistik kann ganz neu gedacht werden und bietet völlig neue Potenziale im Hallenlayout und natürlich für die Abläufe im Handling“, erklärt Anne Kühling.

Weiterer Vorteil: Der Tecdos TM schone die gesamte Infrastruktur wie beispielsweise den Werkstattboden, da die zu wartenden Werkzeuge und Maschinenkomponenten nicht mehr quer durch die Halle über den Boden gezogen werden müssen.

Der Tecdos TM wird am Rud-Unternehmenshauptsitz in Aalen gefertigt. Er ist in sechs Standardgrößen verfügbar und eignet sich für verschiedene Werkzeuggrößen. In der kleinsten Ausführung mit einer Tischauflage von 800 x 1.300 mm (L x B) schafft er bis zu 10  Tonnen Gewicht. Als Typ TM 25/35-64, der größten Standardausführung, wendet er auf seiner 2.500 x 3.500 mm großen Tischauflage (L x B) sanft und sicher bis zu 64 Tonnen schwere Werkzeuge und Maschinenkomponenten.

Je nach Anforderung und Kundenwunsch rüstet Rud den Tecdos TM mit unterschiedlichen Tischauflagen aus Polyethylen aus, optional sind auch rutschhemmende Auflagen aus Polyurethan erhältlich. Für ein hohes Maß an Arbeitssicherheit sorgen auch optionalen Anbauteile wie ein Schutzbügel oder ein Eingreifschutz. Um die Sicherheit des Arbeitsumfelds zu optimieren, stehen ein Lichtvorhang oder auch ein Schutzzaun zur Verfügung. Auch eine spezielle Arbeitsbühne zum sicheren Anbringen von Anschlagpunkten und Zurrmitteln ist optional erhältlich.

Außerdem verweist der Hersteller auf die Bediengeräte, mit denen Mitarbeiter den Wendetisch per Funksteuerung sicher und bequem von außerhalb der Gefahrenzone bedienen können.

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