Formenhandling

Meinolf Droege,

Wende in der Werkzeugwartung

Es geht rund für schwere Werkzeuge und Formen: Wo früher ein Kran und mindestens zwei Mitarbeiter nötig waren, um tonnenschwere Werkzeuge von Spritzgießmaschinen oder voluminöse Maschinenteile auszubauen, kommt jetzt der Tool Mover in Spiel. Interessant ist das nicht nur für den Einrichter, sondern auch für Betriebs- und Werkstattleiter, Arbeitssicherheitsbeauftragte und Controller. Neben der Ergonomie spielen Aspekte wie Effizienz und Kostensenkung eine Rolle.

Formen, Werkzeuge und Maschinenkomponenten bis 64 Tonnen lassen sich auf der größten Variante des Werkzeugwenders gefahrlos drehen. © Rud / Hasenmüller

Verschiedene Konfigurationen sollen den Tool Mover genannten Werkzeugwender von Rud den individuellen betrieblichen Gegebenheiten anpassen: Die kleinste Variante nimmt mit der 800 Millimeter breiten Tischauflage Traglasten bis 10 Tonnen auf. Betriebs- und Werkstattleiter profitieren von einer Verkürzung des Wartungsvorgangs und die Serviceteams in der Werkstatt erleben einen Ergonomievorteil und ein Plus an Arbeitssicherheit. Zudem steigt die Prozesssicherheit. In der neuen Anlagengeneration wurde beim kleinsten Typ die Arbeitsfläche auf 595 Millimeter Höhe abgesenkt. Das soll ein besonders ergonomisches Arbeiten ermöglichen. Dank geringer Arbeitshöhe lassen sich geöffnete Werkzeuge direkt auf dem Tisch warten. Das Arbeiten ist laut Hersteller BGV-konform.

Der Werkzeugwender ist je nach Größe für axiale Drehbewegungen von Werkzeugen und Maschinenkomponenten bis 64 Tonnen ausgelegt und garantiert so das sicheres Drehen und Wenden von Schwergewichten. Das Wenden der Last geschieht überwiegend im Schwerpunkt und damit sanft. Der Tisch arbeitet mit einem frequenzgeregelten Antrieb, was für ein sanftes Anlaufen und Stoppen sorgt.

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Das Antriebssystem aus dem Tecdos-Programm soll für sanfte und gleichmäßige Drehbewegungen sorgen. © Rud / Hasenmüller

Im Vergleich zum Werkzeughandling mit einem Kran sei das Wenden mindestens doppelt so schnell. Stecker oder Kühlschläuche, die bei der Kranwartung aus Sicherheitsgründen oft abmontiert werden müssen, können beim Wenden jetzt montiert bleiben.

Funk-Bediengeräte, mit denen Mitarbeiter den Wendetisch von außerhalb der Gefahrenzone bedienen können erhöhen Komfort und Sicherheit. © Rud / Hasenmüller

Möglicherweise kann ganz auf die vergleichsweise teure Kraninstallation und –wartung verzichtet werden. Die Wendevorrichtung lässt sich mit Gabelstapler oder Hubwagen verfahren und daher überall im Betrieb einsetzen werden. Das bietet Unternehmen neue Möglichkeiten in der Hallenplanung. Zudem schont das System den Werkstattboden, da die zu wartenden Werkzeuge und Maschinenkomponenten nicht mehr am Boden gedreht und bewegt werden müssen.

Präzise Ketten sorgen für präzise Bewegungsabläufe. © Rud / Hasenmüller

Verfügbar ist der Tool Mover in sechs Standardgrößen. In der kleinsten Ausführung mit einer Tischauflage von 800 x 1300 Millimeter schafft er bis zu 10 Tonnen Gewicht. In der größten Standardausführung, wendet er auf seiner 3500 x 2500 Millimeter großen Tischauflage bis zu 64 Tonnen schwere Werkzeuge und Maschinenkomponenten.

Je nach Anforderung und Kundenwunsch ist die Ausrüstung mit unterschiedlichen Tischauflagen aus Polyethylen möglich, optional sind auch rutschhemmende Auflagen aus Polyurethan erhältlich. Für ein hohes Maß an Arbeitssicherheit sorgen auch optionalen Anbauteile wie Schutzbügel oder Eingreifschutz. Um die Sicherheit des Arbeitsumfelds zu optimieren, stehen ein Lichtvorhang und ein Schutzzaun zur Verfügung. Auch eine spezielle Arbeitsbühne zum sicheren Anbringen von Anschlagpunkten und Zurrmitteln ist optional erhältlich. Praktisch sind auch Bediengeräte, mit denen Mitarbeiter den Wendetisch per Funksteuerung von außerhalb der Gefahrenzone bedienen können.

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