Nebenberufliches Studium qualifiziert weiter

In einem Jahr zum Produktionsmanager für Kunststofftechnik

Aufgrund des großen Interesses an berufsbegleitenden Weiterbildungen im Bereich der Kunststofftechnik hat die Hochschule Schmalkalden neben dem fünfsemestrigen Masterprogramm „Angewandte Kunststofftechnik (M.Eng.)“ eine weitere Qualifizierungsmöglichkeit entwickelt, die einen Hochschulabschluss in nur einem Jahr ermöglicht – die Weiterbildung zum „Produktionsmanager (FH) für Kunststofftechnik“.

Ekaterina Boës absolvierte das Studium zum Produktionsmanager (FH) für Kunststofftechnik an der Hochschule Schmalkalden nebenberuflich. (Bild: FH Schmalkalden)

Das berufsbegleitende Studium dauert zwei Semester und schließt mit einem Hochschulzertifikat ab. Es richtet sich vor allem an technische Mitarbeiter von kunststofferzeugenden Unternehmen, Kunststoffinstituten und Branchenverbänden. Das Studium soll Kenntnisse aus allen Bereichen der Kunststoffindustrie vermitteln – von der Kunststofferzeugung über die Verarbeitung bis zum Recycling. Im ersten Semester werden die Themen Kunststoffkunde, Kunststoffverarbeitung Produktentwicklung und Konstruktion sowie Umweltmanagement behandelt. Im zweiten Semester folgen Themen wie Qualitätsmanagement, Innovationsmanagement, Projektmanagement und Schlüsselqualifikationen. Die Studieninhalte werden zum einen in mehrtägigen Präsenzphasen an der Hochschule Schmalkalden vermittelt. Zum anderen erarbeiten sich die Studierenden die Themen in Selbststudienphasen. Die Prüfungen sind in den Studienablauf integriert und finden während der mehrtägigen Präsenzphasen statt. Kleine Jahrgangsgruppen ermöglichen eine individuelle Betreuung der einzelnen Studierenden in fachlichen und organisatorischen Angelegenheiten – das soll für optimale Studienbedingungen sorgen.

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Interessant sind die Zulassungsvoraussetzungen. Benötigt werden mindestens ein Realschulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten, technischen Beruf sowie mindestens vier Jahre Berufspraxis in der Kunststofftechnik oder einem verwandten Bereich. Fachkräfte mit Abitur und abgeschlossener Berufsausbildung können das Studium bereits nach zwei Jahren Berufspraxis aufnehmen. Der nächste Studienkurs startet zum November dieses Jahres. Bewerbungen hierfür können noch eingereicht werden – einige wenige Plätze sind laut Hochschulleitung noch frei.

Als zweite Qualifizierungsmöglichkeit im Bereich Kunststofftechnik bietet die Hochschule Schmalkalden das berufsbegleitende Masterstudium „Angewandte Kunststofftechnik (M.Eng.)“ mit dem Abschluss „Master of Engineering“ an. Der fünfsemestrige Masterstudiengang ermöglicht es berufstätigen Ingenieuren, ihr Wissen für die tägliche Arbeit mit Kunststoffen auf hohem Niveau zu erweitern. Der Studienplan deckt alle wichtigen Bereiche der Kunststoffindustrie ab und vermittelt darüber hinaus betriebswirtschaftliche und rechtliche Grundlagen sowie Kompetenzen zur erfolgreichen Bewältigung von Führungsaufgaben.

Qualifizierung neben der beruflichen Tätigkeit

Ekaterina Boës absolvierte das Studium zum „Produktionsmanager (FH) für Kunststofftechnik“ an der Hochschule Schmalkalden und schloss es im Juli 2015 erfolgreich ab. Die gebürtige Russin aus Sankt Petersburg arbeitet bei dem Unternehmen Velox, einem Dienstleister in Hamburg, das Kunden bei der Definition von Materiallösungen unterstützt.

Frau Boës, warum haben Sie sich für das Studium zum Produktionsmanager (FH) für Kunststofftechnik entschieden?
Direkt nach meinem BWL-Studium habe ich bei Velox angefangen. Nach einiger Zeit habe ich festgestellt, dass mir für meine Arbeit spezielle Branchenkenntnisse fehlen. Da ich bei einem Dienstleister arbeite, hatte ich auch wenig Kontakt zur Produktion und den Prozessen in Kunststoffunternehmen. Ich habe also die besten Lösungen für meine Kunden gesucht, ohne immer genau zu wissen, wie ein Kunststoffunternehmen eigentlich funktioniert. Daher habe ich mich für eine Weiterbildung in diesem Studiengang entschieden. Das bietet mir auch die Möglichkeit, mich beruflich weiter zu qualifizieren. Ich kann mir zum Beispiel vorstellen, künftig mehr technische Aufgaben zu übernehmen, die auch betriebswirtschaftliche Kenntnisse erfordern – also eine Schnittstellenfunktion zwischen Betriebswirtschaft und Technik einzunehmen."

Aus welchen Gründen haben Sie sich für das Studium speziell an der Hochschule Schmalkalden entschieden?
Ich habe lange recherchiert. Ein kurzes Seminar von ein bis zwei Tagen kam für mich nicht infrage, da ich dies von den Inhalten her nicht ausreichend fand. Auf der anderen Seite konnte ich zeitlich auch kein Zweitstudium von zwei bis drei Jahren realisieren. Das Studium an der Fachhochschule Schmalkalden ist das einzige, das nur zwei Semester umfasst und so perfekt vom Inhalt passt, dass alle Prozesse in einem Kunststoffunternehmen abgedeckt werden. Zudem war auch entscheidend für mich, dass ich das Studium berufsbegleitend absolvieren kann. Mein Arbeitgeber unterstützt mich finanziell und erlaubt mir flexible Arbeitszeiten während meines Studiums.

Wie lief das Studium aus Ihrer Sicht? Wurden Ihre Erwartungen erfüllt? Sind Sie zufrieden mit dem Studium hinsichtlich der Inhalte, Dozenten, Betreuung?
Ich finde besonders die Blockveranstaltungen einmal im Monat sehr gut und den Austausch mit meinen Kommilitonen. Da ich aus einem Dienstleistungsunternehmen komme und bisher noch nicht so viel Kontakt mit der Produktion hatte, habe ich durchaus von den Erfahrungen der anderen Teilnehmer, die überwiegend direkt aus der Kunststoffproduktion kommen, profitiert. Inzwischen habe ich das Studium einigen Kollegen empfohlen.

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