Weiterbildung im Unternehmen organisieren

Technik von heute - Qualifikation von gestern?

Einem Mantra gleich tragen Politiker und Fachleute in selten einmütiger Weise die Notwendigkeit eines möglichst hohen Bildungs- und Qualifikationsniveaus in die Öffentlichkeit. Nur mit einem ausreichenden - heißt besseren - Reservoir an Fachwissen haben die Unternehmen in lohnintensiven Regionen der Welt eine mittel- und langfristige Erfolgsperspektive. Noch mehr als bisher gilt es, auch die bereits im Beruf stehenden Mitarbeiter ständig weiter zu qualifizieren ¿ weil die Kenntnisse von heute schon morgen veraltet sind.

Weiterbildung Polyurethanreaktionstechnik im Versuchslabor des Forschungsinstituts.

Produkte, Technologien, Materialien und Prozesse unterliegen durch den hohen Innovationsbedarf der Wirtschaft einer permanenten Veränderung und Entwicklung. Der Ruf nach weiteren Optimierungen und steigenden Qualitätskriterien stellt sehr hohe Anforderungen an die Unternehmen und somit an jeden Mitarbeiter, vom Geschäftsführer bis zum Maschinenbediener. Hochwertige berufliche Erstausbildung, learning by doing, besonders bei Quereinsteigern sind heute nur bedingt und in der Zukunft kaum noch ausreichend. Aber wie weiter?

Weiter mit Bildung

Wissen muss berufs- und fachspezifisch, zielgruppenadäquat mit hoher Praxisnähe an die Teilnehmer vermittelt werden. Dies hängt maßgeblich von einer ausreichend genauen Definition des Ausgangszustandes und des gewünschten Weiterbildungsziels ab. In zielgruppengerechten Schritten müssen die unterschiedlichen Stadien, von der Auffrischung des Basiswissens bis zur Aneignung aktuellen Spezialistenwissens den Mitarbeitern zur Verfügung gestellt werden. Um die Personalentwicklung nachhaltig und kosteneffizient zu gestalten, ist es sinnvoll sich Unterstützung bei kompetenten Partnern zu holen.

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Oft kann auf vorbereitete Maßnahmen bei Weiterbildungsanbietern in Form von Seminaren, Lehrgängen, Workshops und Tagungen zurückgegriffen werden. Hier sind die Inhalte vorbereitet, erprobt und leicht zu buchen, zum Teil auch zertifiziert um gegebenenfalls auf Fördermittel zugreifen zu können. Der Kostenrahmen für die Unternehmen ist leicht abschätzbar. Dieser Bedarf an Weiterbildung spiegelt sich in steigenden Teilnehmerzahlen.

Gleichzeitig wächst aber seit einigen Jahren die firmenspezifische Weiterbildungsnachfrage. Unternehmen unterschiedlicher Größe fordern von den Weiterbildungsträgern eine genau auf die Teilnehmer abgestimmte, pädagogisch aufbereitete Wissensvermittlung in enger Verbindung zur betrieblichen Praxis. Das theoretisch Vermittelte soll mit Demonstrationen an Maschinen und Anlagen und mit Training anwendungsbereit gefestigt werden.

Auch in kleineren Unternehmen wächst der Bedarf an firmenpezifischer Mitarbeiterqualifizierung. Hier werden Aufbauqualifizierungen in mehren Abschnitten, oft über Jahre hinweg, realisiert. Wichtig ist den Firmen, dass die Teilnehmer in modern ausgestatteten Technika ein intensives Training durchlaufen und dann unter fachkundiger Anleitung des Trainers die erlernten Fähigkeiten im eigenen Unternehmen unter Beweis stellen.

Seit über 20 Jahren ist das Kunststoff-Zentrum in Leipzig (KuZ) mit fachspezifischer Weiterbildung aktiv. Unternehmen unterschiedlicher Größe aus ganz Deutschland wurden durch firmenspezifische Weiterbildungseinheiten unterstützt.

Wie das funktionieren kann zeigt die nach Unternehmensangaben seit 2004 durchgeführte Qualifizierung von Werkzeugkonstrukteuren bei der Volkswagen AG. Die stetig den aktuellen Erfordernissen angepasste Zusammenarbeit basiert auf kontinuierlich durchgeführten Evaluationen. Sie wurde 2008 auf weitere Themen ausgeweitet. Die Vorteile der firmeninternen Weiterbildung sieht VW unter anderem in der Berücksichtigung „besonders bedeutender Unternehmensanforderungen, spezifischer Bildungsbedarfe und Terminvorstellungen. Die gute organisatorische Vorbereitung und Durchführung der Qualifizierung sei hervorzuheben.

Mit steigender Akzeptanz firmeninterner Schulungen wird sich auch die Bedarfsermittlung der zu schulenden Mitarbeiter weiter qualifizieren müssen. Zwischen eher unspezifischen Anforderungen wie „macht mal ein bisschen Kunststoffkunde“ und der Forderung zur „eierlegenden Wollmilchsau“ als Qualifizierungsergebnis ist es ein weites Feld. Hier ist die enge Zusammenarbeit der Partner notwendig, die schon bei der Entwicklung des Qualifizierungskonzepts eingefordert werden muss. Gleichzeitig ist es unabdingbar, schon in der Planungsphase die Nachhaltigkeit der Weiterbildungsergebnisse zu sichern.

Aus den Evaluationen sollte ersichtlich sein, dass die Teilnehmer von Qualifizierungsmaßnahmen einen hohen Motivationseffekt spüren. Diesen Effekt gilt es in der Personalentwicklung zu nutzen. Motivierte Mitarbeiter mit angepasster Qualifikation stärken maßgeblich die Wettbewerbskraft und den Erfolg des Unternehmens.

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