Systemcenter Temperiertechnik

Meinolf Droege,

Wissen für Spritzgießer und Formenbauer bündeln

Nach mehrmonatiger Vorbereitung nimmt das Systemcenter für Industrielle Temperiertechnik (SIT) seine Arbeit auf. Die Neugründung soll Fachleuten aus Kunststofftechnik und Formenbau die Möglichkeit bieten, sich aus erster Hand über die schnelle partiell-zyklische Kavitäten-Temperierung und damit über die variotherme Werkzeugtemperierung zu informieren. Im neuen Systemcenter wird sie in einer Engel Spritzgießmaschine präsentiert. Der österreichische Maschinenbauer unterstützt das Temperierverfahren.

Im Systemcenter für Industrielle Temperiertechnik (SIT) können sich Spritzgießer, Formenbauer und Produktentwickler über die variotherme Temperierung und deren Einsatzmöglichkeiten informieren. © Hotset

Pandemie-bedingt ohne großes Come-together startete Hotset in Lüdenscheid das SIT. Das Technikum päsentiert und demonstriert das Z-Systems zur partiell-zyklischen Temperierung der Kavitäten von Spritzgießwerkzeugen. Das hochflexible, dynamische Verfahren wurde vor knapp vier Jahren vorgestellt. Es ist heute bereits bei zahlreichen Kunststoffverarbeitern der Consumerindustrie und des Automobilbaus im Einsatz. Im Technikum ist das Z-System als Stand-alone- oder Nachrüstlösung in Aktion zu sehen sowie als vollintegrierten Variante in einer 800-Kilonewton Spritzgießmaschine von Engel. Engel bietet die Integration des Hotset-Temperiersystems als Option an.

Der Einsatz des Z-Systems im Spritzgieß-Werkzeug soll zu deutlich sichtbaren Verbesserungen der Oberflächenqualität von Kunststoff-Formteilen und führen und sehr filigrane Mikrostrukturen mit geringen Wanddicken ermöglichen. Im Technikum können sich Werkzeugbauer und Spritzgießer unter Echtbedingungen ein eigenes Bild von den Möglichkeiten und der Energieeffizienz des dynamischen Temperierverfahrens machen. Dazu bildet die technische Ausstattung den kompletten Spritzgieß-Prozess so ab, wie er meist auch in den Produktionslinien der Unternehmen zu finden ist. Neben der Spritzgießmaschine und der Regeltechnik für das Z-System befinden sich hier auch die erforderlichen Werkzeug-Vorrichtungen, eine Aufbereitungsanlage für das Kühlwasser aus Maschine und Werkzeug sowie eine Materialtrocknungsanlage von Wenz. Die richtige Materialaufbereitung nicht nur ein wichtiger Faktor für das Spritzgießen, sondern auch für den erfolgreichen Einsatz des Z-Systems.

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Für praxisnahe Versuche steht der komplette Spritzgieß-Prozess mit Spritzgießmaschine, Z-System sowie Werkzeug, Kühlwasser-Aufbereitung und Materialtrocknung zur Verfügung. © Hotset

Das Z-System wird dem Anwender als fallspezifisch abgestimmte, einsatzfertige Komplettlösung inklusive der passenden Regeltechnik zur Verfügung gestellt. Es besteht aus mehreren Hard- und Software-Komponenten und wird in das Werkzeug integriert – ähnlich wie ein konventionelles Heißkanalsystem. Synchronisiert mit dem Spritzgießprozess lassen sich die Kavitäten damit punktuell oder ausschnittsweise erwärmen und abkühlen. Als Heizrate werden laut Unternehmen bis 60 Kelvin pro Sekunde geschieht, womit sich sehr kurzen Zyklen realisieren lassen. Daneben besteht die Möglichkeit der Vollintegration des Z-Systems in die Steuerung der Engel-Spritzgießmaschine. In diesem Fall leistet Hotset die Integration ins Werkzeug sowie den Einbau und die Inbetriebnahme des Temperiersystems.

Im neuen Systemcenter lassen sich verschiedene Situationen aus der Kunststoffverarbeitung praxisnah erproben. Dabei können – beispielsweise für Kundenabmusterungen oder Materialversuche – die vollintegrierte Maschinenlösung und die Stand-alone- oder Nachrüstlösung genutzt werden. Hotset steht bereits im engen Austausch mit Werkstoffanbietern, um mit ihnen ein temperiertechnisch orientiertes Materialangebot zu erstellen. Darauf werden dann auch die Kunden von Engel vollen Zugriff haben.

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