Nachhaltigkeit

Covestro bietet erstes klimaneutrales Polycarbonat

Covestro hat mit der Auslieferung des ersten klimaneutralen Polycarbonats aus seinem Standort Uerdingen begonnen. Die Makrolon Polycarbonat-Typen sind laut Unternehmen von der Wiege bis zum Werkstor klimaneutral.

Covestro hat mit der Auslieferung des ersten klimaneutralen Polycarbonats aus seinem Standort Uerdingen begonnen. © Covestro

Der Werkstoffhersteller Covestro hat mit der Auslieferung des weltweit ersten klimaneutralen* Polycarbonats aus dem Werk Uerdingen in Deutschland begonnen. Das Unternehmen löse damit sein Versprechen ein, diese Produkte bis Ende 2021 einzuführen, hieß es in der Mitteilung. Die Makrolon Polycarbonat-Typen seien von der Wiege bis zum Werkstor klimaneutral, aufgrund der Verwendung von erneuerbarem Strom für die Produktionsprozesse von Covestro und der Einführung von Rohstoffen, die aus massenbilanzierten Bioabfällen und Reststoffen stammen.

Seitdem Covestro Ende vergangenen Jahres die ISCC Plus-Massenbilanz-Zertifizierung für zwei seiner europäischen Standorte erhalten hat, liefert das Unternehmen Polycarbonate, die zum Teil aus erneuerbaren Rohstoffen stammen. Diese werden über den Massenbilanz-Ansatz zugeschrieben und führen zu einer deutlichen Reduzierung des Kohlenstoff-Fußabdrucks. Jetzt hat das Unternehmen für sein Werk in Uerdingen Herkunftsnachweise aus nicht subventionierten Photovoltaik-Anlagen in Deutschland erworben. Sie sind auf den spezifischen Strombedarf ausgewählter massenbilanzierter Produkte sowohl für die Chlorelektrolyse – die für die Herstellung von Polycarbonat unerlässlich ist – als auch für andere Prozessschritte abgestimmt. Dadurch werden ausgewählte Makrolon RE-Typen klimaneutral*.

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Vorstellung in Las Vegas

Die Produkte sollen auf der Consumer Electronics Show in Las Vegas im Januar 2022 vorgestellt werden. Sucheta Govil, Chief Commercial Officer von Covestro: „Ich bin sehr stolz auf die Einführung dieses klimaneutralen Produkts und seine Präsentation auf dieser wichtigen Messe. Dies ist ein weiterer Meilenstein bei der Verfolgung unserer Nachhaltigkeitsvision: Wir begleiten unsere Kunden bei der Beschleunigung des Übergangs zur Kreislaufwirtschaft und tragen zum Aufbau einer industriellen Ökologie bei, die zirkuläres Wirtschaften begünstigt.“

Drop-in-Lösungen

„Unser klimaneutrales Makrolon RE-Portfolio ist ein Material der Wahl für Kunden, die nach alternativen Rohstoffen mit geringerem Kohlenstoff-Fußabdruck suchen. Darüber hinaus haben sie die gleiche gute Qualität und Leistung wie Polycarbonate auf fossiler Basis und sind ein Drop-in-Ersatz, ohne dass bestehende Prozesse oder Arbeitsabläufe geändert werden müssen“, fügt Jimena Ruesta hinzu. Sie ist Venture Manager Sustainability Solutions im Segment Engineering Plastics von Covestro.

Das Unternehmen stellt schrittweise auf alternative Rohstoffquellen einschließlich erneuerbarer Energien um, als Teil eines umfassenden Programms, um den Übergang zur Kreislaufwirtschaft voranzutreiben. Ein wesentlicher Bestandteil dieses Programms sei die Einführung des Massenbilanzansatzes, einer Chain-of-Custody-Methode, die es erlaube, fossile und alternative Rohstoffe in der Produktion zu mischen, aber in der Buchführung zu trennen. Sie ermögliche die Verfolgung von Materialien durch die Wertschöpfungsketten und die Zuordnung von alternativen Rohstoffen, wie biobasierten Rohstoffen, zu ausgewählten Endprodukten.

Durch den Ansatz der Massenbilanzierung werden alternative Rohstoffe in die Wertschöpfungskette eingeführt und gleichzeitig die Vorteile der bestehenden chemischen Infrastruktur mit ihrer hohen Effizienz und ihren Größenvorteilen genutzt, wodurch der Übergang der Industrie zu einer Kreislaufwirtschaft für Kunststoffe beschleunigt wird.

Engagement für Investitionen in erneuerbare Energien

Covestro verstärkt auch seine Bemühungen, mehr erneuerbare Energie für die Versorgung seiner Standorte zu beziehen. Im Jahr 2019 unterzeichnete Covestro den weltweit größten Liefervertrag für Offshore-Windenergie mit Ørsted, um ab 2025 einen erheblichen Teil seines Strombedarfs in Deutschland mit Windenergie aus der Nordsee zu decken. Außerdem hat das Unternehmen einen Liefervertrag mit Engie für Ökostrom in Belgien unterzeichnet, um 45 Prozent des Strombedarfs am Standort Antwerpen durch neue Onshore- und Windkraftanlagen zu decken.

Vor kurzem hat der integrierte Standort Shanghai von Covestro einen Vertrag über den Kauf von 100 Gigawattstunden Solarstrom pro Jahr von den Solarparks der Datang Wuzhong New Energy in der nordwestchinesischen Region Ningxia unterzeichnet. Diese Investitionen sollen nicht nur die produktionsbedingten Emissionen von Covestro verringern, sondern das Unternehmen auch dabei unterstützen, nachhaltigere Produkte mit einem geringeren CO2-Fußabdruck herzustellen.

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*klimaneutral

Die Bewertung „klimaneutral“ ist das Ergebnis einer Bewertung eines Teilabschnittes aus dem gesamten Produktlebenszyklus. Betrachtet wurde der Abschnitt von der Ressourcengewinnung (Cradle) bis zum Werkstor. Die Bewertung basiert auf der ISO-Norm 14040 und wurde vom TÜV Rheinland auf Plausibilität kritisch geprüft. Die Bewertung berücksichtigt die biogene Kohlenstoffbindung auf der Grundlage vorläufiger Daten aus der Lieferkette und dem Einsatz erneuerbarer Elektrizität im Rahmen des Produktionsprozesses. Die Zuordnung der Elektrizität erfolgte aufgrund sogenannter „Guarantee of Origin“ Zertifikate. Nicht angewendet wurden sogenannte Ausgleichszertifikate. Quelle: Covestro

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