Guss-Polyamid-Bauteile

Hochbelastbare Guss-Polyamide für Kran- und Hebetechnik

Kunststoffe substituieren Metall in hochbelasteten Bauteilen. Während der Bauma (11. bis 17. April in München) werden Lösungen für Baumaschinenkomponenten aus hochbelastbaren technischen Kunststoffen gezeigt: Seilrollen, Gleitelemente und Stützteller aus Guss-Polyamid ersetzen in der Kran- und Hebetechnik wirtschaftlich Bauteile aus Metall.

Seilrolle mit 1,20 Meter Durchmesser aus Guss-Polyamid mit Wälzlager wird unter anderem in Mobilkranen, Gittermastkranen sowie Portalkranen eingesetzt. (Bild: Licharz)

Anwender sollen von geringem Gewicht, hoher Verschleißfestigkeit und Korrosionsbeständigkeit, wartungsfreiem Betrieb sowie hoher Elastizität der Polyamide profitieren. Während in der Automobilindustrie in Kunststoffe – zumindest bei den spektakulären Anwendungen – häufig vor allem mit Ziel Gewichtseinsparung eingesetzt werden, setzen die Baumaschinenindustrie auf Eigenschaften, die die Funktion verbessern.

Hochbelastbare Bauteile speziell für die Kran- und Hebetechnik sind beispielsweise Seil- und Umlenkrollen, Kranstützteller sowie Gleitelemente und Gleitplatten. Kunststoffe können in solchen Anwendungen den traditionell eingesetzten metallischen Werkstoffen deutlich überlegen sein in Sachen Verschleiß, Wartungsaufwand, Geräuschentwicklung, Montagefreundlichkeit, Gewicht und nicht zuletzt hinsichtlich der Kosten.

Gleitelemente aus Polyamid bieten schnelle Rückverformbarkeit unter anderem auch bei Stoßbeanspruchung. (Bild: Licharz)

So bietet der laut Anbieter Licharz für hohe Lasten geeignete Kunststoff Linnotam dem Seil eine gute Verteilung der Flächenlast, somit reduziere sich die Pressung am Seil. Vorteil für Anwender: die Lebensdauer der eingesetzten Stahlseile erhöhe sich. Zudem dämpfe oder absorbiere das technische Guss-Polyamid lagerschädigende Schwingungen aus der Seilbewegung. Dadurch können Antriebsstrang und Lagerelemente länger genutzt werden.

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Kunden fordern von Kranbau und Hebetechnik, dass immer größere Lasten wirtschaftlich bewegt werden. Entsprechend wachsen die Anforderungen an die Tragfähigkeit der Seilrollen. Für die sichere Dimensionierung der Seilrollen baue man auf lange Konstruktionserfahrungen sowie moderne Berechnungs- und Simulationsmethoden.

Kranstützelemente aus Kunststoff sind schlag- und stoßbeständig und beständig gegen Umwelteinflüsse sowie Chemikalien, Öle und Fette. (Bild: Licharz)

Guss-Polyamid ersetzt Stahl
Ob Mobil- oder Fahrzeugkrane, mobile Betonpumpen, Lkw mit Anbaukran, Hubarbeitsbühnen oder mobile Erdbohrgeräte: Überall wo hohe Lasten auf größerer Fläche verteilt werden müssen, setzt die Baumaschinenindustrie spezielle Stützteller ein. Mit dem Polyamidtyp Linnotamhiperformance 612 wird eine Alternative zum Stahl in diesen Anwendungen angeboten. Der Werkstoff sei durch sein geringes Gewicht leichter handhabbar bei Einsatz und Montage – Baumaschinen könnten folglich leichter konzipiert und wirtschaftlicher eingesetzt werden. Die gute Materialelastizität mache Kunststoff-Stützteller auch bei kleineren Unebenheiten und Kanten standfest und schone zudem die oft sensiblen Aufstellflächen. Außerdem, so das Unternehmen, seien die Kosten deutlich niedriger. Alle Stützelemente können recycelt werden und sind beständig gegen Kraftstoffe und Schmiermittel. Neben den Standardgrößen mit 400 bis 700 Millimeter Durchmesser können weitere Größen auf Anfrage hergestellt werden.

Gleitelemente für den Kranbau
Gleitelemente und Gleitplatten aus Linnotamglide werden beispielweise in teleskopierbaren Auslegern von Mobilkranen, Arbeitsbühnen, Teleskopladern oder Fahrzeug-Anbaukranen eingesetzt. Das Material sei langlebiger als vergleichbare Elemente aus metallischen Gleitwerkstoffen. Der inkorporierte Schmierstoff reduziere die Gleitreibung um bis zu 50 Prozent. Die Bauteile aus dem hochbelastbaren thermoplastischen Werkstoff funktionierten auf Grund seiner hohen Elastizität und Festigkeit auch bei tiefen Temperaturen oder stoßartigen Belastungen sicher.

Aus Guss-Polyamiden lassen sich Halbzeuge oder Formteile herstellen. Sie sind zerspanbar und annähernd frei von inneren Spannungen. Mit verschiedenen Additiven können die Eigenschaften in einem weiten Bereich modifiziert werden, beispielsweise hinsichtlich Gleitfähigkeit oder Kraftübertragung. Sie machen sie zu flexibel einsetzbaren Werkstoffen in Maschinenbau, Verpackungsindustrie, Antriebs- und Fördertechnik, für Baumaschinen oder in der Lebensmittelindustrie.

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