Leichtbau im Interieur

PP löst PBT ab

Mercedes-Benz hat mit Einsatz eines hochkristallinen Polypropylen mit Glasfaseranteil ein glasfaserverstärktes PBT im Innenrahmen von Sonnenblenden der Benz C-Klasse abgelöst und damit das Gewicht sowie den Fertigungsaufwand deutlich gesenkt.

Interieur der Mercedes Benz C-Klasse – trotz Komfortansprüchen das Gewicht senken. (Bild: Daimler)

Das sei nur möglich, weil das von Polykemi gelieferte Material Eigenschaften biete, die von einem Compound auf Polypropylenbasis nicht unbedingt zu erwarten sind. Eingesetzt wird ein Hochleistungs-Polypropylen mit 40 Prozent Glasfaseranteil aus der Polyfill PP HC-Serie. Diese Werkstofftype ist mit ihrer Dichte von 1,22 etwa 10 bis 20 Prozent leichter als typische PA6- und PBT-Typen mit 30 Prozent Glasfaseranteil. Die technischen Eigenschaften sollen denen von glasfaserverstärktem PA6 und von PBT ähneln. Damit sei es in vielen Anwendungen möglich, diese Werkstoffe durch das leichte PP zu ersetzen. Eine Zulassung von Mercedes-Benz nach der Spezifikation DBL5404 und ist mit Glasfaseranteilen zwischen 10 und 40 Prozent in der BQF-Liste vertreten. Diese Typen werden als geprüfte Interieurwerkstoffe aus lokalisierter Herstellung für Europaanwendungen geführt und können so eingesetzt werden. Die Zulassung in Asien und den USA werde derzeit umgesetzt.

Werkstofflich optimierter Sonnenblendenrahmen
Der Rahmen ist so konstruiert, dass die Stützstruktur aus nur einem Material bestehen kann, anstatt wie üblich aus einer Kombination Übergang zu PP seien gleichzeitig Gewicht und Kosten eingespart worden. In enger Zusammenarbeit mit Mercedes-Benz sei die Umsetzung des Konzepts der Mercedes Entwicklungsabteilung bei diesem Interieurartikel von der Polykemi-eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung unterstützt worden. Von deren Dienstleistungen sollen künftig verstärkt Projekte mit OEMs und Zulieferern in Europa und weltweit profitieren.

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Sonnenblendenrahmen – tragende Struktur nun aus nur einem Werkstoff – einem sehr leichten, verstärkten PP statt der üblichen Metall-Kunststoff-Kombination. (Bild: Polykemi)

Glasfaserverstärkte Hochleistungs-Polypropylene sind seit einigen Jahren auf dem Markt, kommen aber noch nicht in dem Maße bei volumenstarken Applikationen zum Einsatz, wie die traditionellen glasfaserverstärkten Polypropylene. Die in der letzten Zeit realisierten Beispiele lassen aber ließen aber auch die Automobilindustrie aufhorchen, dass diese modernen Polypropylen-Materialien durchaus eine starke Option in den Bereichen sein können, in denen die technischen Vorgaben und Eigenschaften bisher PA6 oder PBT Lösungen favorisierten. Mehr und mehr werden nun diese Vorteile von Polypropylen erkannt und in Anwendungen umgesetzt, so Henrik Eriksson von der Polykemi AB.

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