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Kofferschalen aus der Doppelbandpresse

Plexiglas für die LuftfahrtEvonik startet Anlage für PMMA-Fliegwerkstoffe im Großformat

PMMA-Anlage für Fliegwerkstoffe im Großformat

Ende 2017 hat Evonik nach eigenen Angaben die weltweit modernste Reck- und Polieranlage für Fliegwerkstoffe aus PMMA in Betrieb genommen. Das Unternehmen stellt nun Platten der Marke Plexiglas mit 5,40 Meter Länge und 3,70 Meter Länge her.

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Mehr aus Polypropylen heraus holenKofferschalen aus der Doppelbandpresse

Das erfolgreiche Produkt entstand in der Kooperation mehrerer Unternehmen, unter anderem von Propex und Hymmen. Ersteres entwickelte den Faserverbundwerkstoff Curv, das thermoplastische Basismaterial der Koffer. Hymmen lieferte mit einer kontinuierlichen Doppelbandpresse die Technologie der Wahl zur Herstellung der Kofferschalen.
Der Werkstoff ist bereits seit mehr als zehn Jahren am Markt und hat nach der Markteinführung völlig neue Anwendungen erschlossen. Zunächst waren nur technische Anwendungen im Automobilbau, beispielsweise als hochwertiger Schutz des Motors, im Blick. Im Automobilbau wurden bis dato andere Faserverbundwerkstoffe verwendet, die mehr im duroplastischen Bereich lagen. Hier bietet Curv als Thermoplast dem Anwender flexiblere Möglichkeiten der Weiterverarbeitung. Inzwischen ist der dekorative Aspekt des Curv-Materials als entscheidendes Verkaufsargument hinzu gekommen. Die Anwendung als Kofferschale für Samsonite verbindet beide Aspekte und macht sie in der breiten Öffentlichkeit sichtbar.
Die derzeitigen Anwendungen seien vielfältig erklärt der Hersteller: Neben den Kofferschalen werden Sport-Protektoren, Automobil-Anwendungen im Interieur und Exterieur und andere produziert. Außerdem werde das Material als Decklage für Leichtbau-Sandwichstrukturen eingesetzt, idealerweise in Kombination mit thermoplastischen Kernen. Lieferbar sind Rollenware und Platten in Dicken von 0,35 bis 2,95 Millimeter mit maximal 1360 Millimeter Breite und nahezu beliebigen Längen.

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PP für Matrix und Fasern

Doppelbandpresse

Es handelt sich bei Curv um thermoplastische Materialien, die die Brücke zwischen reinen Kunststoffen und herkömmlichen faserverstärkten Materialien bilden sollen. Fasern und Matrix bestehen aus identischem Material, daher wird der Werkstoff auch als "eigenverstärkt" bezeichnet. Es bestehe zwar zu 100 Prozent aus Polypropylen, weise aber eine etwa fünffach höhere Steifigkeit und Belastbarkeit im Vergleich zu gewöhnlichem Polypropylen auf. Außerdem wird als Eigenschaft eine sehr hohe Bruchdehnung genannt, aus der in Kombination mit guter Zugfestigkeit eine besonders hohe Schlagzähigkeit resultiere, und das bei Temperaturen bis ¿189 Grad Celsius. Überdies verfüge das Material über außergewöhnlich gute Abriebbeständigkeit und Druckfestigkeit. Der Metallglanz bringe eine hochwertige Optik mit sich.
Diese Produkteigenschaften bedingen allerdings einen vergleichsweise komplexen Verarbeitungsprozess. Um die Produktqualität sicherzustellen seien höhere Anforderungen an die Prozessführung zu stellen. Dazu gehören unter anderem die geringe Temperaturtoleranz und Wiederholgenauigkeit. Die isobare Doppelbandpresse von Hymmen biete diese präzise Prozessführung - ein Heizen-Kühlen Temperaturprofil bei geringen Toleranzen und ohne Druckunterbrechung seien garantiert.

Verarbeitung auf der Doppelbandpresse

Nach der Markteinführung des Materials wurden - nach Anwendungen im Automobilbau - weitere Anwendungen des Materials gesucht. Mit dem Geschäftsfeld Kofferschalen kam es zur echten Massenanwendung. Es wurde eine höhere Kapazität der Maschine erforderlich. Mit Weiterentwicklung der Anlage wurden die erforderlichen Kapazitäten durch die kontinuierliche Fertigung ereicht. Das kommt auch der Kostensituation des Verfahrens zugute.
Nicht zuletzt biete der flexible Verarbeitungsprozess gute Möglichkeiten für maßgeschneiderte Lösungen. Curv können mit fast jedem Material kombiniert werden, beispielsweise Aluminium, Glas-, Aramid- oder Karbon-Fasern. Dies ermögliche den Vorstoß in ein breites Spektrum komplett neuer Anwendungen von thermoplastischen Verbundwerkstoffen gepaart mit Kosten- und Leistungsvorteilen.
Derzeit seien die Weiterentwicklung für höhere Temperaturen und neue Projekte in der Diskussion. Denkbare Neuentwicklungen sind weitere Matrix-Kunststoffe für den Automobilbau. Außerdem werden neue Anwendungsgebiete für den aktuellen Werkstoff gesucht, zum Beispiel als Material für die Automobil-Dachbox.

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