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Artikel und Hintergründe zum Thema

Plexiglas Cooltouch

Glänzende Aussichten

Lackfrei dauerhaft attraktive Oberflächen
Eine spezielle, wärmereflektierende Plexiglasvariante senkt nicht nur die Oberflächentemperatur von Fahrzeugdächern sondern auch die Temperatur im Innenraum.
Im Alter gut oder gar glänzend aussehen – das ist den meisten Menschen wichtiges Anliegen. Und für dessen angebliche liebstes Spielzeug, das Auto, ein wichtiges Ziel. Statt auf Lackierungen setzen immer mehr Fahrzeughersteller auf Werkstoffe, die ohne Oberflächenbehandlung sehr langfristig attraktive und edle Anmutungen ergeben – und zudem die Kosten nachhaltig drücken.

Die Oberfläche eines Fahrzeugdachs ist ständig hohen Umweltbelastungen ausgesetzt. Dies hängt in erster Line mit hohen Temperaturen und der UV-Strahlung der Sonne zusammen. Häufig wandelt sich hier im Laufe der Zeit ein glänzendes, sattes Schwarz zu einem unansehnlichen Grau. Das schließt Tony Halbländer, Senior Technical Manager und Projektleiter für nicht-transparente Automobil-Anwendungen (NTAA) bei Evonik in Darmstadt für den Einsatz von Plexiglas und Plexalloy Formmassen aufgrund der guten UV- und Witterungsstabilität nahezu aus. Mit dem neuesten Produkt für diese großflächige Anwendung – Plexiglas Cooltouch – heizen sich laut Hersteller die Kunststoffteile in Außenanwendungen deutlich weniger auf, je nach Randbedingungen seien Rückgänge von mehr als 20 Prozent möglich. Die wärmereflektierenden Eigenschaften wirken sich zudem positiv auf das Klima im Innenraum des Autos aus. Wegen der geringeren Temperatur benötigt die Klimaanlage weniger Energie – das kann Treibstoff sparen und den CO2-Ausstoß reduzieren.

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Die Idee, das Material von Evonik in NTAA einzusetzen, entstand vor einigen Jahren als Gemeinschaftsprojekt. So hatte ein Zulieferer für die Produktion eines neuen Kleinwagens scheinbar schwer erfüllbare Vorgaben zu meistern. Zum einen sollte die A-Säulenblende eine hochglänzende und edel anmutende Class-A-Oberfläche erhalten, ergänzt um eine hohe Farbtiefe. Dazu sollten die Teile kostengünstiger werden. Sparpotenzial zeigte sich bei der Lackierung. Lackierte Kunststoffteile sind in der Herstellung vergleichsweise aufwendig, weil man nach der Produktion einen zweiten Arbeitsgang benötigt. Zusätzliche Handlingvorgänge der empfindlichen Teile und teurer Platz für die Zwischenlagerung der Teile werden neben dem eigentlichen Lackiervorgang eingespart. „Das führt zu einer Kostenersparnis gegenüber lackierten Bauteilsystemen von rund 40 Prozent“, erklärt Halbländer. Die Anbauteile aus Polymethylmethacrylat (PMMA) sind überdies leichter als vergleichbare Teile aus Metall. Folge: Das Automobil verliert an Gewicht, verbraucht damit weniger Kraftstoff und produziert weniger CO2.

Design und Kosten berücksichtigen

Pro Jahr werden mittlerweile etwa zehn Millionen Teile aus diesen Werkstoffen für die Automobilbranche produziert. Seit Beginn 2001 sind es bereits rund 50 Millionen Anbauteile verlautet aus Darmstadt. Tendenz steigend. „Wir haben mit unseren Produkten auf der europäischen Kraftfahrzeugbühne einen Trend auf den Weg gebracht“, betont Rudolf Blass, Leiter Business Development Formmassen bei Evonik. Und dieser Trend soll nun ausgeweitet werden – auf großflächige Dachmodule, Nutzfahrzeuge sowie die Märkte Asien und Amerika.

Die Kosten- und Umweltaspekte sind nur zwei Aspekte der Werkstoffwahl. Polymethylmethacrylat (PMMA), und dabei handelt es sich beim dem unter dem Produktnamen Plexiglas vertriebenen Material, sorgt dank seiner spezifischen Eigenschaften für eine besonders edle Anmutung, Güte und Wertigkeit der hochglänzenden Anbauteile. Dies zeigt sich besonders bei der Farbe Schwarz als auch im Kontrast mit der Automobil-Modefarbe Weiß. Die Vorzüge des PMMA-Granulats überzeugte mit der ersten Referenz, dem Fahrzeug Mini, zunächst BMW – und anschließend alle europäischen Automobilhersteller. Inzwischen sind rund 30 dieser Anwendungen aus dem vor 75 Jahren von Dr. Otto Röhm und seinem Team entwickelten Kunststoff in Serie gegangen. In einem neuen Mittelklassewagen beispielsweise bildet eine Blende aus Plexiglas den Übergang von der Heckscheibe zum Kofferraum. Der Effekt ist eine optisch vergrößerte Scheibe. Ebenso kommt das Material in der B-Säulen-Verkleidung dieses Fahrzeugs zum Einsatz.

Robustes für Nutzfahrzeuge

Auch für die Anforderungen in Nutzfahrzeugen zeigt sich der besondere Kunststoff prädestiniert. So müssen in Lkw eingesetzte Materialien besonders strapazierfähig und von langer Lebensdauer sein und auch hier zunehmend hochwertiger im Außen-Design. Die mit einer tiefschwarzen, hochglänzenden PMMA-Deckschicht ausgestattete Kühlerblende im neuen Fahrzeug von MAN ist der erfolgreiche Einstieg in das Anwendungsfeld Lkw. Das coextrudierte Material schützt hier den Basiskunststoff wirksam vor Witterungseinflüssen. „Das zudem hochwertigere Erscheinungsbild wäre auch für Anwendungen im Fahrzeuginnenbereich attraktiv“, wirft Halbländer einen zuversichtlichen Blick in die Zukunft.

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