Kunststoff-Kunststoff-Substitution

Thermoplastische Polyester ersetzt PA 6.6

Ein speziell zugeschnittenes thermoplastischen Polyester kann in sonst typischerweise von Polyamid 6.6 besetzten Anwendungen zum Einsatz kommen und hier einige Probleme lösen.

Türgriff für Pkw – er sollt ursprünglich in PA 6.6 gefertigt werden, zum Einsatz kam ein spezielles PBT. © Barlog

Der weltweit gebeutelte PA 6.6-Markt hat sich von den Force-Majeure Meldungen der Vergangenheit noch nicht erholt. Das Ergebnis ist eine weiterhin lückenhafte Versorgung und damit einhergehend stetig steigende Preise. Nach Ansicht von Barlog ist sie auch weiterhin permanent risikobehaftet, da eine hohe Konzentration im Markt herrscht und nur fünf Anbieter rund 80 Prozent der weltweiten Produktionskapazität abdecken.

Als Alternative, auch zu PPA-Blends, bietet das Unternehmen ein PBT unter der Produktbezeichnung Kebater an. Es zeichne sich durch gute Steifigkeit und Festigkeit, hohe Dimensionsstabilität und Medienbeständigkeit sowie ein gutes Preis/Leistungs-Verhältnis aus. Zu den Hauptanwendungen zählen Strukturbauteile, Stecker und Elektronikkomponenten in Branchen wie Automobilbau und Elektroindustrie.

Dass es sich hierbei um eine zielführende Lösung handelt, zeigen aktuelle Beispiele aus der Industrie: So hatte ein Pkw-Hersteller ein glasfaserverstärktes PA 6.6 für den Türgriffträger durch Kebater PBT ersetzt. Die Erfüllung der besonderen, klimatischen Anforderungen gemäß der OEM-Vorschriften sowie die Eliminierung von Quietschgeräuschen bei der Betätigung haben den Hersteller überzeugt. Im Vergleich zu PA 6.6 biete das spezielle PBT oft mit überlegenen Werkstoffeigenschaften bei einem günstigeren Preis. Es weise eine deutlich höhere Steifigkeit bei Temperaturen bis 80 Grad Celsius, eine drastisch geringere Feuchtigkeitsaufnahme und Vorteile hinsichtlich der Dimensionsstabilität auf. Diese Eigenschaften übertreffen ebenfalls die der hochpreisigeren PPA-Blends, die lediglich hinsichtlich der Steifigkeit geringfügig besser abschneiden.

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Neben den mechanischen Kennwerten biete das PBT außerdem Vorteile während und nach der Verarbeitung. Das nachträgliche Konditionieren, wie es bei Polyamid notwendig ist, ist überflüssig. Bei der Verarbeitung erreicht man aufgrund der höheren Kristallisationsgeschwindigkeit von PBT häufig eine Zykluszeitverkürzung im Spritzgießprozess.

Das Produktsortiment umfasst PBT und PBT-Blends in verschiedenen Varianten: unverstärkt, glasfaserverstärkt, schlagzäh-modifiziert, flammgeschützt, lebensmittelzugelassen, verzugsoptimiert sowie weitere, auf spezielle Anforderungen zugeschnittene Compounds. Die flammgeschützten Typen sind ab 0,8 Millimeter Bauteilwanddicke gemäß UL94-Zertifizierung V-0 konform. Zu den neuesten Entwicklungen im Rahmen des Flammschutzes zählen halogenfreie PBT-Kunststoffe und hydrolysestabilisierte Varianten für den Einsatz in der Elektromobilität. Verschieden glasfaserverstärkte Kebater-Typen sind außerdem lebensmittelkonform und haben die FDA-Zulassung.

Fakuma: Halle A3, Stand 3209

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