Kunststoff Magazin Online - Fachportal für die Kunststoff Industrie
Home> Werkstoffe> Thermoplaste>

Transparentes Polypropylen - Transparent geht auch leichter

Nachhaltigkeitspreis für CovestroNeues Recyclingverfahren prämiert

Covestro: Neues Recyclingverfahren prämiert

Der Landesverband Nordrhein-Westfalen im Verband der Chemischen Industrie (VCI NRW) hat Covestro für ein innovatives Recyclingverfahren in der Kunststoffproduktion mit dem Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet.

…mehr

Transparentes PolypropylenTransparent geht auch leichter

Polypropylen in optisch anspruchsvollen Anwendungen. Mit geringer Dichte und damit zu günstigeren Kosten als PET hinsichtlich Material- und Energieaufwand sowie mit einigen Vorteilen beim Recycling – Additive sollen glasklare Polypropylenprodukte (PP) im Verpackungssektor und darüber hinaus ermöglichen.

sep
sep
sep
sep
Millad NX 8000

Glasähnliche Transparenz – die Zeiten thermogeformter Polypropylen-Anwendungen mit milchig-trübem Eindruck sollen endgültig vorbei sein. NX Ultraclear PP bietet laut Hersteller Milliken die Klarheit von Kunststoffen wie A-PET oder Polystyrol und einen höheren Glanz als nukleierte Standardpolypropyle bieten. Das spezifische Gewicht ist vergleichsweise gering, was das Gewicht der fertigen Thermoformteile minimiert. So ermöglicht PP mit 0,9 kg/cm³ Dichte im Vergleich zu PET mit 1,37 kg/m³ Verarbeitern die Produktion signifikant höherer Stückzahlen pro Kilogramm Material. Der effizientere Materialeinsatz kann außerdem Umweltabgaben reduzieren.

Um mit PP die gleiche Steifigkeit wie mit A-PET zu erzielen, muss PP-Folie üblicherweise 15 bis 20 Prozent dicker sein als eine Folie aus A-PET-Neuware. Mit gezielt rippenversteiften oder wanddickenoptimierten Designs lässt sich das vermeiden. So wiegen die PP-Produkte aufgrund der geringeren Materialdichte weit weniger als entsprechende PET-Anwendungen bei gleicher Steifigkeit.

Anzeige
NX Ultraclear PP

Polypropylen gilt als sehr robustes Material für dicht schließende Verpackungen. Siegelfolien aus Standard-PP dichten auch dann noch, wenn am Rand von Schalen oder außen noch Rückstände vom Befüllen anhaften. Monomateriallösungen aus PP-Schale und PP-Folie bieten darüber hinaus den Vorteil eines vollständig recycelbaren Systems, das keinen zusätzlichen Kleber benötigt. Das System ist eine gute Wahl für thermogeformte Becher oder Schalen, die erhöhten Temperaturen standhalten sollen. Ausgezeichnete Wärme- und gute Kältebeständigkeit prädestinieren es für Heißfüll- und Mikrowellenanwendungen sowie für Konzepte, bei denen das Produkt mit der Verpackung aus dem Kühlschrank direkt in die Mikrowelle gestellt werden soll. Nicht zuletzt bietet Polypropylen Argumente für einen geschlossenen Recycling-Kreislauf, zumal in diversen Einsatzbereichen ein starker Markt für recyceltes PP besteht. Als Rohmaterial hat PP laut Anbieter den geringsten Energieverbrauch in der Produktion und erzeuge die wenigsten CO2-Emissionen. Seine geringere Dichte bedeute, dass eine Umstellung auf diesen Kunststoff auch das effektive Abfallaufkommen reduziert. Thermoformanwendungen aus Ultraclear PP sind aufgrund ihres Monomaterialkonzepts direkt recycelbar.

Spritzgießer setzen das Material gerne ein, da es zur Produktivitätssteigerung beiträgt und die Nachhaltigkeit maßgeblich verbessert. So lässt sich beispielsweise die Verarbeitungstemperatur von 235 auf 190 °C reduzieren, was den Energieverbrauch senkt, weniger CO2-Abgase produziert und bis zu 10 Prozent kürzere Zykluszeiten erschließt.

Gewichtsparende Flaschen

Komplexe, leicht leerbare Blasformflaschen
Möglich ist die Produktion gewichtsparender Flaschen mit integrierten Griffen und komplexen, auffallenden Konstruktionsmerkmalen. Diese extrusionsblasgeformten (EBM) Flaschen lassen sich einfacher und schneller leeren als alternative Kunststoffe. Polypropylen mit Millad NX 8000E bietet, so der Anbieter, die geringste Dichte und das geringere Gewicht im Vergleich zu Glas und allen EBM-Wettbewerbskunststoffen.

Ein Beispiel: Klar transparente Griffflaschen haben eine Dichte von lediglich 0,9 g/cm³ gegenüber 1,35 g/cm³ für PET – bei gleicher Klarheit. Auf der Interpack sollen sich Besucher aus erster Hand über die gute Entleerbarkeit dieser Flaschen überzeugen können.

Fortschritte seien jedoch nicht auf Polypropylen beschränkt. Mit dem Clearshield UV-Absorber erhalten auch PET-Verpackungen einen Mehrwert: Diese Technologie sorgt für einen wirksamen Schutz empfindlicher Verpackungsinhalte vor UV-Schädigungen, ohne die Klarheit und Transparenz der PET-Verpackung zu beeinträchtigen. Dies ist elementar, da Markenhersteller bei Produkten aller Art – von Lebensmitteln in fester oder flüssiger Form über Vitamine bis zu Haushalts- und Körperpflegeartikeln, wie Shampoos, Färbemitteln und chemischen Reinigern – gemäß den Forderungen der Verbraucher zunehmend natürliche Inhaltsstoffe verwenden. UV-Einstrahlung jedoch kann diese Inhaltsstoffe schädigen und sich negativ auf die Konsistenz der verpackten Produkte auswirken, sei es in Aussehen, Duft, Farbe, Geschmack oder Nährwert.

Clearshield biete eine einfache Alternative für den UV-Schutz. Denn indem der UV-Absorber bei dieser Technologie direkt in das PET-Verpackungsmaterial eingebunden wird, können die Markeneigner auf die oft hohe Zuschläge von UV-Additiven verzichten, die bisher in den Rezepturen der verpackten Produkte selbst integriert werden mussten. Damit vereinfacht mit Clearshield modifiziertes PET nicht nur den Formulierungsprozess und reduziert die erforderliche Menge an UV-Additiven, sondern trägt auch zu umweltverträglicheren Produkten mit längerer Lagerfähigkeit bei, was wiederum das Abfallaufkommen verringert und das Markenimage fördert.

Anzeige
Diesen Artikel …
sep
sep
sep
sep
sep

Weitere Beiträge zum Thema

Rohstoffversorgung sichernBorealis prüft PP-Kapazitätsausbau in Europa

Borealis will in den kommenden neun Monaten die Realisierbarkeit einer Kapazitätsausweitung der Polypropylenproduktion in Europa prüfen. Eine Studie werde eine Reihe von Kapazitätserweiterungen durch Beseitigung von Engpässen (Debottlenecking) in Borealis‘ europäischen Anlagen untersuchen – zunächst in den drei PP-Anlagen in Belgien. 

…mehr
Polypropopylen für das Lasersinternverfahren

Polypropopylen für das LasersinternverfahrenNeues PP-Pulver von Advanc3dMaterials

Advanc3dMaterials hat ein neues PP-Pulver entwickelt, das durch selektives Lasersintern verarbeitet werden kann. AdSint® PP Flex zeichnet sich durch eine ausgezeichnete Plastizität, eine Bruchdehnung von 29 Prozent, eine geringe Feuchtigkeitsaufnahme und hohe Haltbarkeit aus.

…mehr
Interieur der Mercedes Benz C-Klasse

Leichtbau im InterieurPP löst PBT ab

Mercedes-Benz hat mit Einsatz eines hochkristallinen Polypropylen mit Glasfaseranteil ein glasfaserverstärktes PBT im Innenrahmen von Sonnenblenden der Benz C-Klasse abgelöst und damit das Gewicht sowie den Fertigungsaufwand deutlich gesenkt.

…mehr

PP-Compounds mit neuen EigenschaftenFeuer und Flamme – nein danke!

Zwei neue Produktentwicklungen hat die Grafe-Gruppe zur Fakuma angekündigt: Die beiden Polypropylen-Compounds sind flammgeschützt und bieten weitere interessante Eigenschaften.

…mehr
Doppelbandpresse

Mehr aus Polypropylen heraus holenKofferschalen aus der Doppelbandpresse

Bereits vor der K berichtete das Kunststoff Magazin über eine neue Serie von Samsonite-Koffern. Im Fokus damals: Die Additive zur Farbgebung. Ebenso interessant sind jedoch der eingesetzte Werkstoff und der Produktionsprozess.

…mehr
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Neue Stellenanzeigen