Werkstoffe und Prozesse

Grüne Produkte, Healthcare Anwendungen, digitale Wege

Aufgrund sehr unterschiedlicher Aspekte als „grün“ eingestufte Werkstoffe bedienen die Boom-Thema Circular Economy und Nachhaltigkeit sowie die CO2-Diskussion. Aber auch anderen Themen müssen sich die Werkstoffspezialisten stellen: Das Umfeld der Medizintechnik fordert beispielsweise kundenindividuelle Materiallösungen, die trotzdem regulatorische Anforderungen erfüllen.

Philip O. Krahn: „… Anwendungen grüner und nachhaltiger gestalten, ohne an Qualität einzubüßen.“ © Albis

Als einen Fokus des doppelgeschossigen Albis Stands zur K2019 sieht CEO Philip O. Krahn Antworten auf Fragen und Herausforderungen der Märkte. „Unsere Kunden möchten von uns wissen, wie sie ihre Anwendungen grüner und nachhaltiger gestalten können, ohne an Qualität einzubüßen. Wir haben den Anteil unseres Portfolios an recyclierten und biobasierten Produkten deshalb stark ausgebaut.“

Teil davon sind LyondellBasell´s Produktfamilien Circulen und Circulen Plus: Dabei handelt es sich um biobasiertes Polypropylen und Polyethylen mit niedriger Dichte, basierend auf erneuerbaren Kohlenwasserstoffen, die aus nachhaltigen biobasierten Rohstoffen wie Alt- und Restölen gewonnen werden. Diese sind für die Herstellung von Lebensmittelverpackungen zugelassen.

Die post-consumer Recyclingprodukte von Quality Circular Polymers (QCP) gehören zu den bestehenden Moplen PP und Hostalen PE-Produktfamilien von LyondellBasell und sind auf High End-Anwendungen ausgerichtet, darunter Kosmetika und Reisekoffer. Während die QCP Produkte überwiegend aus Verpackungen hergestellt werden, die das Ende ihres Lebenszyklusses erreicht haben, handelt es sich bei den Produkten von MGG Polymers um PC+ABS, ABS, HIPS und PP Granulate, die in der Regel aus der Aufbereitung von Elektro- und Elektronikschrott (WEEE) stammen. MBA Polymers UK produziert dagegen post-consumer ABS, PP und HDPE aus der kunststoffreichen Abfallfraktion die im Rahmen der Verwertung von Automobilen anfällt.

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Bei Altech Eco handelt es sich um nachhaltige technische Compounds, die bis zu 100 Prozent aus post-industrial Faser- oder Polymerrohstoffen bestehen. Mit ihrer „Near-to-Prime“-Qualität und gutem Preis/Leistung-Verhältnis erfüllen sie laut Unternehmen hohe Ansprüche in Automotive- und EuE-Anwendungen. Durch Verwendung von 1 Kilogramm Altech Eco lasse sich im Vergleich zu Prime-Material CO2 im Gegenwert von 100 Kilometer Fahrstrecke mit einem modernen Wagen der Golf-Klasse einsparen – ein Wert, der den CO2-Fußabdruck der gesamten Wertschöpfungskette eines Produkts deutlich reduziere.

Die carbonfaserbasierten Compounds der Albis Tochter Wipag seien ein weiteres Messe-Highlight. Die PP- und die PA-Produkte zeichnen sich durch besonders hohe Steifigkeit sowie Druck- und Zugfestigkeit bei gleichzeitig geringer Dichte aus, wodurch gegenüber hochgefüllten glasfaserverstärkten PA-Typen ein deutlicher Gewichts- und damit Kostenvorteil erreicht werde – ideal für jede Art von Leichtbau. Das Material ist laut Unterlagen darüber hinaus sehr dimensionsstabil, bietet interessante elektrische Eigenschaften und zeichnet sich durch sehr gute Reib- und Verschleißeigenschaften aus. Quelle für die wertvollen Fasern sind Beschnitte, die bei der Fertigung von Leichtbauteilen aus Carbonfasern in der Luftfahrtindustrie, bei Bau von Windanlagen und der Automobilindustrie im großen Maßstab anfallen. Wipag hat die notwendige Recyclingtechnologie entwickelt und skaliert, um auf dieser Rohstoffbasis WIC-Compounds produzieren zu können.

Darüber hinaus stehen mit Produkten von Lanxess, BASF, Eastman und Tecnaro nachhaltige Werkstoffe, Blends und Compounds verschiedener Art zur Verfügung. Bio-basierte Ausgangsmaterialien und/oder hohe Anteile von Recycling-Werkstoffe verbinden den „grünen“ Gedanken mit hoher Leistungsfähigkeit.

Medical Grade Plastics – VDI 2017
Mit Alcom Med hat ALBIS sein Produktportfolio um maßgeschneiderte Compounds für Healthcare-Anwendungen wie Medizinprodukte, pharmazeutische Verpackungen und Diagnostik-Anwendungen verstärkt. Die Produkte basieren auf unterschiedlichen Polymeren und umfassen neben Einfärbungen auch eine große Bandbreite an Füllstoffen.

„Wir erleben seit einiger Zeit eine ständig steigende Nachfrage aus der verarbeitenden Industrie nach Compounds, die sowohl regulatorische Anforderungen erfüllen als auch kundenindividuelle Materiallösungen bieten“, sagt Mike Freudenstein, Director Marketing Healthcare bei Albis. „Wir gewährleisten unseren Kunden eine Produktion nach strengen Qualitätskriterien und bieten enge Projektbegleitung durch unsere erfahrenen Healthcare-Spezialisten an.“

Im Fokus stehen neben den technischen Eigenschaften Service-Aspekte wie Rezepturkonstanz, ein dezidiertes Änderungsmanagement und regulatorische Unterstützung, beispielsweise im Hinblick auf die biologische Bewertung von Materialien. Diese stehen im Einklang mit der jüngst verabschiedeten Richtlinie VDI 2017, an deren Gestaltung Albis nach eigenen Angaben neben namhaften Spezialisten aus der Medizin- und Pharmawelt sowie großen und weltweit agierenden Kunststoffproduzenten maßgeblich beteiligt war. Sie definiert und beschreibt, was unter Medical Grade Plastics zu verstehen ist und welche Eigenschaften und Anforderungen für Kunststoffe maßgeblich sind, um sie für Medizinprodukte einzusetzen. Zudem unterstützt sie Rohstoffhersteller und Produzenten von Kunststoffprodukten dabei, die Konstanz der Rezeptur, Qualität, Biokompatibilität und Liefersicherheit solcher Produkte sicherzustellen.

Chancen der Digitalisierung integrieren
Auf welchen Kanälen und mit welchen Technologien kommunizieren Werkstoffanbieter und -verarbeiter künftig? Wie sehen Vertrieb, Logistik und Produktion der Zukunft aus? „Die Märkte der Zukunft werden anders funktionieren und unser Anspruch ist es, an der Bugwelle dieser Entwicklungen zu sein und nicht hinterherzulaufen“, sagt Philip O. Krahn. „Deswegen haben wir frühzeitig ein Team Digitalisierung aufgebaut und sind im Rahmen verschiedener Projekte bereits mit unseren Partnern und Kunden in der Testphase.“

Auch im Bereich digitale Plattformen, Distributionskanäle und Smart Factory seien Tests im Gange. Wichtig sei es dabei, laufend mit Partnern und Kunden im Gespräch zu sein und zielführend und kooperativ zu entwickeln. Die K in Düsseldorf bietet dafür eine Plattform.

K 2019, Halle 8-B3, Stand A61

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