Wie der Compoundeur Pentac Polymer die Qualität sichert

Die Feuchte im Griff

Neben innovativen Eigenschaftskombinationen und wettbewerbsfähigen Preisen ist die Qualität - und deren zuverlässige Sicherung - Voraussetzung, um dauerhaft erfolgreich als Compoundeur zu agieren.

Exakte Feuchtemessung direkt in der Produktion und im Labor - in einem leicht beherrschbaren Prozess - ist das Ziel des Compoundierers bei Auswahl der Messtechnik.

Verschiedene Polyamid- und Polyester-Typen sowie Legierungen als Neuware und als Recompounds bilden die Hauptgeschäftsfelder das im südhessischen Groß-Umstadt angesiedelten Compoundeurs Pentac Polymer GmbH. Das mittelständische Unternehmen wächst seit vielen Jahren kontinuierlich und hat entsprechend in die Produktionskapazitäten und Logistik investiert. Unter anderem stellt - neben der klassischen Stranggranulierung - eine moderne Unterwassergranulierung ausreichende Kapazitäten und Produktionsflexibilität sicher. Unverändert dagegen ist der Anspruch an die Qualität, was die Zertifizierungen nach DIN EN ISO 9001 und 14001 sowie von verschiedenen Automobilherstellern bestätigen. Prokurist Frank Selzer: "Vor einigen Jahren waren die Kundenanforderungen zumeist noch eher moderat. Heute spielen verschiedene Werte wie der Schmelzindex eine wichtige Rolle, der vom Restfeuchtegehalt des Granulats erheblich beeinflusst wird. Die Toleranzgrenzen sind deutlich enger geworden. Heute liefern wir typische Feuchtegehalte zwischen 0,04 und 0,1¿Prozent. Bei allen verpackten Waren garantieren wir standardmäßig eine Restfeuchte unter 0,1 Prozent."

Typisch für die Vorgehensweise von mittelständischen Unternehmen wie Pentac Polymer ist die Suche nach pragmatischen Lösungen. So auch in der Qualitätssicherung: Die QS-Technik für den „Tageseinsatz“ muss dazu so robust wie möglich sein. Gleiches gilt für die Organisation der QS. Sie darf ebenfalls nicht störanfällig sein und muss zuverlässig und akribisch dokumentierend arbeiten. Benjamin Stoll, Leiter des Qualitätsmanagements ergänzt: „Wir müssen und wollen Qualität mit hoher Sicherheit liefern. Gleichzeitig fragen wir uns aber immer auch, wie wir relativ schnell und noch effizienter arbeiten können.“

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Zur Feuchtemessung an Kunststoffgranulaten sind mehrere Verfahren auf dem Markt. Pentac Polymer hatte sich bereits 1991 entschieden, auf die im Aquatrac von Brabender Messtechnik realisierte Technologie zu setzen. „Die Gründe dafür gelten noch heute“, erklärt Benjamin Stoll. „Wir wollen grundsätzlich keine kritischen Chemikalien im Haus haben und die Messungen sollen schnell, problemlos und dennoch präzise möglich sein. Schließlich haben wir im Wareneingang und aus der Produktion täglich im Durchschnitt mehr als 35 Proben zu untersuchen und zu dokumentieren. Heute werden drei Aquatrac-Geräte zwei Generationen eingesetzt. Aktuell wird über den Kauf eines weiteren Geräts nachgedacht, das versuchsweise bereits in Betrieb ist.“

Allen Gerätevarianten gemein ist, dass sie mit nur einer Chemikalie arbeiten, mit einfach zu handhabendem, pulverförmigem Kalziumhydrid. Das wird in vergleichsweise kleinen Mengen benötigt und ist einfach zu entsorgen. „Etwa 11 bis 12 Minuten dauern die Messungen bei uns durchschnittlich, dazu vielleicht ein bis zwei Minuten zur Probenvorbereitung“, gibt Benjamin Stoll als Erfahrungswert an. „Und es sind im Endeffekt nur wenige Handgriffe erforderlich.“

Insgesamt 18 Mitarbeiter, überwiegend aus der Produktion, sind geschult, die Messungen neben ihrer Tätigkeit durchzuführen. In internen Schulungen wurde der sichere und fehlerfreie Umgang mit den geräten vermittelt. Externe Schulungsmaßnahmen oder eine spezielle Ausbildung sind nicht erforderlich.

Produktionsbegleitende Prüfungen werden mit Material, das in luftdicht verschlossenen Blecheimern gelagert ist, durchgeführt. Sie haben gegenüber den sonst verwendeten PE-Beuteln den Vorteil, unverfälschte Ergebnisse zu liefern.

Kosten kontrollieren

Mit Hilfe der permanenten produktionsbegleitende Prüfungen sichert Pentac Polymer nicht nur die Qualität der Produkte – ein erfreulicher Nebeneffekt war die Fehlerfrüherkennung in der Produktion.

Gegebenenfalls auftretende Probleme werden frühzeitig registriert und beseitigt. Konsequente Prüfungen haben die Prozesse verbessert und sicherer gemacht. Das senkt die Kosten nachhaltiger, als jede Rationalisierungsmaßnahme. Zudem sind die laufenden Kosten der Feuchteprüfungen überschaubar. Außer einer jährlichen Gerätekalibrierung, die vor Ort oder beim Hersteller Brabender Messtechnik möglich ist, fallen lediglich die Kosten für das Verbrauchsmaterial Kalziumhydrid an. Laut Gerätehersteller ist mit 115 Euro pro 1000 Messungen zu rechnen. „In unserem Wareneingang ist dieser Wert korrekt“, bestätigt Benjamin Stoll. „In der Produktion ist aufgrund der sehr geringen Restfeuchte der Verbrauch an Kalziumhydrid sogar noch geringer.“

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