Forschung in Österreich

Gemischte Textilabfälle recyceln

Innerhalb des Textilnetzwerks Plastextronwird nach einer ökologischen und ökonomischen Lösung für das Recycling gemischter Textilabfälle mit multi-materialer Zusammensetzung.

Verarbeitung von technischem Vlies auf der Recyclinganlage Recostar universal. © Starlinger

In das vom Bundesministerium für Digitalisierung und Wirtschaftsstandort (BMDW) geförderte Coin-Projekt Tex2mat unter der Leitung des Kunststoff-Clusters von Ecoplus, Niederösterreichs Wirtschaftsagentur, sind drei Universitäten und acht österreichische Unternehmen involviert.

Jedes Jahr landen Tonnen von Alttextilien, die nicht wiederverwendet werden können oder keinen Absatzmarkt finden, in der Verbrennungsanlage oder auf der Mülldeponie. Die Textilbranche wächst und der Anteil an multi-materialen Textilien, also Gemischen aus unterschiedlichen Natur- und Kunstfasern, steigt stetig. Gesellschaft und Gesetzgeber fordern zu Recht rasche technologische Lösungen für das stoffliche Recycling dieser Abfälle, um Umwelt und Werkstoffressourcen zu schonen. Ziel ist dabei nicht nur die Schließung des Materialkreislaufs von Rohstoff zu Rohstoff, sondern auch die effiziente Wiederaufbereitung der Produkte ohne qualitative Abschläge gegenüber Neuware.

Im Projekt Tex2mat dient dem Recycling verschiedene Arten von Alttextilien, die aus einer Polyester-Baumwoll-Mischung bestehen. Zunächst werden Polyester und Baumwolle per enzymatischer Trennung in einem von der Universität für Bodenkultur in Wien entwickelten Prozess getrennt. Nach entsprechender Aufbereitung werden die Materialien schließlich in neuen Produkten wiederverwendet. Die Eingangsware liefern die in Niederösterreich angesiedelten Unternehmen Herka Frottier, Salesianer Miettex und Huyck.Wangner Austria (Xerium Gruppe). Als Recycling-Spezialist fungiert Starlinger Recycling Technology – ein Geschäftsbereich von Starlinger, der Recyclinganlagen herstellt und im Bereich Polyestertextilien bereits Lösungen zur Kreislaufwirtschaft entwickelt hat. Um optimale Ergebnisse zu gewährleisten, führt die Montanuniversität Leoben laufend Kontrollen der Materialeigenschaften durch.

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Die Projektpartner arbeiten an konkreten Fallstudien:

  • Polyester-Baumwoll-Gemische aus der Produktion von Handtüchern sowie Alttextilien in Form von Bettwäsche und Arbeitskleidung werden bei Starlinger zerkleinert und anschließend an der Technischen Universität Wien enzymatisch aufbereitet. Ziel ist ein geschlossener Produktionskreislauf.
  • Technische Vliese aus Polyamiden werden zerkleinert, bei Starlinger zu Regranulat verarbeitet und beim Unternehmen Thermoplastkreislauf compoundiert, also falls erforderlich mit weiteren Zusatzstoffen wie Glasfasern, Additiven und/oder Farbstoffen versehen. Bei den Unternehmen Multiplast Kunststoffverarbeitung und Fildan entstehen aus diesem Material hochtechnische Kunststoffteile wie etwa Komponenten für Feuerlöscher oder BH-Verschlüsse.

Das Projekt läuft seit November 2017 über einen Zeitraum von zwei Jahren. Regelmäßig finden Treffen der Projektpartner statt, um die einzelnen Schritte abzustimmen und den Projektfortschritt zu besprechen. Erste Ergebnisse werden voraussichtlich auf der K 2019 in Düsseldorf präsentiert.

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