Höhere Rezyklatqualität

Meinolf Droege,

Integrierter Ansatz für Vorsortierung und Flakesortierung

Neue Gesetze und Vorschriften für das das Recycling – speziell von Verpackungen wie Flaschen verschärfen den Druck zur Aufbereitung. Um hohe Qualitäten und Reinheiten der Rezyklate zu erreichen, sind effiziente und intelligent eingesetzte Recyclingverfahren erforderlich. Werden bisher häufig Sortierlösungen verschiedener Anbietern kombiniert, geht der Trend bei der sensorgestützten Sortiertechnik als Kombination aus Band- und Flakesortierern vom gleichen Hersteller.

Flakes müssen sehr sauber nach Farbe und Material getrennt werden, um hochwertiges Recyklat zu erzeugen. © Tomra

Ein weit überwiegende Teil der heute in Umlauf kommenden Kunststoffe wird nicht werkstofflich recycelt und nur einmal verwendet wird. Der weiter steigende Verbrauch lässt den Druck auf die die Produzenten und Vertreiber von Kunstprodukten steigen. Mit diesem Anstieg erhöht sich auch der Bedarf an effizienten Recyclingtechniken, mit denen es möglich ist, die Kunststoffabfälle so aufzubereiten damit sie dem Wertstoffkreislauf zurückgeführt werden.

Gegenwärtig besteht hohe Nachfrage nach Polyolefinen, aber die Recyclingraten sind immer noch niedrig. Polyolefine ist die Sammelbezeichnung für Materialien, die Polyethylen (PE) und Polypropylen (PP) umfassen, einschließlich verschiedener Varianten dieser zwei Basispolymere, wie Polyethylen hoher Dichte (HDPE) und Polyethylen niedriger Dichte (LDPE). Um die Recyclingraten und die Qualität des Endprodukts zu erhöhen, setzen Anlagenbetreiber zunehmend auf die Flakesortierung, eine Technologie, die bereits erfolgreich in PET-Recyclinganlagen eingesetzt wird. Mit deren Hilfe sollen sich hochwertige Rezyklate mit gleiche Qualität wie Primärmaterial produzieren lassen.

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Der Flake-Sortierprozess von PET-Flaschen besteht aus mehreren Schritten: Nach der Vorsortierung, der Aussortierung von Verunreinigungen nach Farbe und Materialtyp und dem anschließenden Waschprozess werden die Flaschen zu Flakes zerkleinert. Die Flakes enthalten zum Beispiele hohe Anteile an PP/PE (zum Beispiel aus den Flaschenverschlüssen), Metallpartikel, PVC aus Etikettenresten und geringe Mengen anderer Verunreinigungen. Die Flakes durchlaufen einen intensiven Reinigungsprozess, der verschiedene Kombinationen von Metallabscheidern, Sieben und Luftabscheidern (Windsichter) und mehrere Schritte des Heiß- und Kaltwaschens (Spülen und Trocknen) umfasst.

Auch wenn der Prozess sehr effektiv ist, können kleine Mengen an Verunreinigungen aufgrund ihrer Größe, Dichte oder physikalischen Eigenschaften den Prozess überleben. Selbst kleinste Verunreinigungen und Farbabweichungen haben einen negativen Einfluss auf das Rezyklat, aus dem später wieder eine PET-Getränkeflasche entstehen soll. Demnach ist es das Ziel, durch das Aussortieren der Störstoffe ein PET Granulat herzustellen, das eine identische Qualität wie Primärkunststoffe aufweist. Mit einer sensorgestützten Technologie können die Flakes gereinigt und eventuelle Restkontaminationen entfernt und sehr hohe Reinheitsgrade erreicht werden, die eine Wiederverwendung der PET-Granulate im ursprünglichen Einsatzgebiet ermöglichen.

Um hohe Reinheiten der Rezyklate zu erzielen, müssen die Betreiber über ein System verfügen, das eine Vor- und Flakesortierung integriert. Die Vorsortierung kann Kunststoffflaschen nicht nur von anderen Kunststoffarten, sondern auch nach der Farbe des Materials trennen. Die präzise Vorsortierung ist ein wichtiger Schritt, da er den Großteil der Farb- und Materialverunreinigungen beseitigt. Wenn die Flaschen zerkleinert und in Flakes gewandelt werden, sind die verbliebenden Verunreinigungen mit hochauflösenden Sensoren des Sortierers gut zu detektieren und auszusortieren. Gut aufeinander abgestimmte Systeme zur Vorsortierung können die Sortierleistung auf die Qualität des Eingangsmaterial und der Verunreinigung fein abzustimmen, was für das Erreichen neuer Reinheitsgrade bei gleichzeitiger Steigerung der Gesamteffizienz entscheidend ist.

Mit der Entscheidung für einen integrierten Ansatz können die Anlagenbetreiber zahlreiche Verbesserungen erwarten – in technischer wie wirtschaftlicher Hinsicht. Ein effizientes Vorsortierverfahren kann dazu beitragen, den Bedarf an manueller Sortierung zu reduzieren, da die Sortiertechnologie einen großen Teil derStörstoffe entfernen kann. Das wiederum führt zu einer Senkung der Betriebskosten beziehungsweise können Personalressourcen an anderer Stelle innerhalb der Recyclinganlage eingesetzt werden.

Kommen beide Anlagenteile – für Vorsortierung und Flakesortierung – aus einer Hand, lässt sich die Sortierleistung möglicherweise insgesamt steigern. Außerdem können mit dem entsprechenden Service geringere Ausfallzeiten erzielt werden.

Damit Regierungen und Unternehmen die Vorschriften für den anstehenden 25 Prozent-Recyclinganteil bei Flaschen erfüllen und die steigende Nachfrage nach hochwertigen Rezyklaten bewältigen können, ist ein Blick auf das integrierte Recycling lohnenswert. Hochintegrierte Vorsortier- und Flockensortierlösungen können einen Beitrag zur Zukunft des Kunststoffrecyclings leisten.

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