Intensive Zusammenarbeit für das Recycling

Eremas Discovery Days mit Rekordbeteiligung

Unter das Thema Circular Economy hatte Erema die Discovery Days 2018 gestellt. Mehr als 1000 Teilnehmer kamen nach Ansfelden in Österreich. Unternehmen der Kunststoffbranche wie Borealis, Engel, Greiner, Haidlmair und Henkel boten Einblicke in ihre Vorstellung zum nachhaltigen Umgang mit Kunststoff. In Kombination mit den technischen und strategischen Ansätzen von Erema zum Recycling entstand ein Perspektivenmix auf eines der wichtigsten Themen der Branche. Resümee der Konferenz: Nur durch intensivere Zusammenarbeit der Branche können erforderliche Technologien gemeinschaftlich entwickelt, die angestrebten Recyclingquoten erfüllt und somit mehr Regranulat in Endprodukten eingesetzt werden.

Mit mehr als 1000 Teilnehmern aus 54 Ländern verzeichnete Erema einen Besucherrekord auf den diesjährigen Discovery Days. © (Bild: Erema)

Wie kann der Rezyklatanteil in und die Rezyklierbarkeit von Endprodukten erhöht werden. Manfred Hackl, CEO der Erema Gruppe, fasste die Herausforderungen der Branche gleich zu Beginn wie folgt zusammen: „Um das neue europäische Recyclingziel von 55 Prozent bis 2030 zu erreichen, müssen mehr als zehn Millionen Tonnen an Rezyklat in den Endmärkten eingesetzt werden. Im Vergleich zu 2014 entspricht dies mehr als der doppelten Menge des recycelten Materials. Dafür müssen wir gemeinsam – Rohwarehersteller, Produzenten, Verarbeiter und Recycler – neue Märkte identifizieren, bislang ungenutzte Kunststoffquellen erschließen, als auch langfristig gemeinschaftlich noch stärker Design für Recycling in den Vordergrund stellen und umsetzen.“

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Spätestens bei der Vorstellung ausgewählter Pionierprojekte wurde deutlich, dass die Kunststoffkette nur durch Kommunikation zusammenwächst. Engel beispielsweise verdeutlichte im Spritzgieß- und Haidlmair im Werkzeugbau-Bereich, dass für die Verwendung von Regranulat nicht automatisch die Weiterentwicklung bestehender Technologien notwendig ist, sondern im ersten Schritt oft ein Know-how-Transfer zwischen Produzenten und Recyclingspezialisten ausreicht. Neu- und Weiterentwicklungen der Maschinen- und Werkzeugbauer zielen vielmehr darauf ab, die Prozesskonstanz beim Einsatz von Regranulat zu erhöhen, um Regranulat noch breiter einsetzen zu können.

Wie eine Produktion der Zukunft aussehen könnte, zeigte die Idee der LIT Factory, eine öffentliche 4.0-Pilotfabrik unter der Führung des Linz Institute of Technology (LIT) der Johannes-Kepler-Universität. Heimische Unternehmen können in Zukunft in diesem Testlabor digitalisierte Produktionstechnologien erproben und parallel dazu Geschäftsmodelle entwickeln.

Erfahrungsaustausch von heute führt zu Lösungen von morgen
Unter dem Titel „Circular economy and raw material producers – parallel worlds or a complementary concept?“ gingen die Diskutanten auf ihre jeweiligen Strategien ein. Das Ergebnis: Recycling ist kein Widerspruch, sondern eine Ergänzung zur Rohwareproduktion. Erst durch das Know-how von Rohwareherstellern in Kombination mit den Erfahrungswerten von Recyclingspezialisten werden nachhaltige Endprodukte entstehen.

Einblick in die Aktivitäten von Kunststoffunternehmen entlang der Wertschöpfungskette erhielten die Besucher bei parallel organisierten Veranstaltungs- bzw. Unternehmensbesuchen bei Engel und Greiner Packaging. Auch Borealis lud Discovery Day Teilnehmer am zweiten Veranstaltungstag in ihr Innovation Headquarter in Linz. Ein Science Walk durch das Technikum (die „Application Hall“) des Unternehmens legte den Fokus auf die Verarbeitung von recycelbarem Polyolefin und Regranulaten.

Der dritte Veranstaltungstag widmete sich voll den Trends in der Wiederaufbereitung von Produktionsabfällen. Vortragende von SML und Brückner bestätigten, dass immer mehr Verpackungshersteller bereits bei ihrer Neuanschaffung auf eine Kombination aus Produktions- und Recyclinglösung setzen. „Erema hat vor 35 Jahren mit der Herstellung von Recyclinganlagen für Produktionsabfall begonnen. Mittlerweile macht diese Sparte über 50 Prozent unseres Umsatzes aus und wir sind stolz darauf, dass immer mehr internationale Verpackungshersteller auf unsere Qualität vertrauen“, so Manfred Hackl.

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