Recycling-Waschanlagen

Kunststoff-Waschanlage besser maßschneidern

Aus Post-Consumer-Scrap lassen sich hochwertige Rezyklate herstellen, wenn alle Aufbereitungsschritte optimal aufeinander abgestimmt sind. Ein qualitäts- und kostenbestimmender Faktor ist die Effizienz beim Waschen und Trocknen der zerkleinerten Kunststoffabfälle.

In ihrer auf hohe Durchsätze ausgelegten Kunststoff-Recyclinganlage in Tipton, IA/USA, haben Scott (links) und Jeremy Rogers (rechts), Geschäftsführer von Cedar Poly, kürzlich eine modulare Kunststoff-Waschanlage in Betrieb genommen. (Quelle: Lindner)

In einem extrem breiten Spektrum bewegen sich die zu verarbeitenden Rest- und Abfallstoffe, Mengen und sonstigen Randbedingungen beim jeweiligen Anwender Recycler. Dementsprechend müssen die Waschanlagen angepasst werden, um eine optimierte Kombination aus Durchsatz, Wirkung und Lebensdauer zu erreichen. Cedar Poly, Händler und Recycler von Kunststoffabfällen in Nordamerika, hat kürzlich eine Kunststoff-Waschanlage in Betrieb genommen und damit nach eigenen Angaben seine Kapazität und Produktqualität signifikant gesteigert.

Cedar Poly setzt die neue Anlage als Teil einer Recyclinglinie für Post-Consumer-PE-HD (Polyethylen hoher Dichte) ein, das überwiegend in Form entleerter Behälter und Flaschen anfällt. Die Vorgängeranlage habe höchstens 300 kg/h durchgesetzt, und die erreichbare Reinigungswirkung nicht ausgereicht, um ein direkt weiterverarbeitbares Rezyklat herzustellen. Nach Recherchen wurde eine Anlage von Lindner Washtech beschafft. Sie wurde auf den spezifischen Bedarf hin konzipiert, gebaut und vor Ort installiert. Der mehrstufige Aufbau umfasst direkt aufeinanderfolgende Bearbeitungsstationen.

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Zu Beginn durchlaufen die geshredderten PE-HD-Flakes eine Vorwäsche, die das Material eingeweicht und Störstoffe wie Steine, Metalle und Glas abtrennt.

Das Abtrennen von Papieranhaftungen und weiteren Verunreinigungen übernehmen zwei Friktionswäscher mit 560 Millimeter Rotordurchmesser, 3000 Millimeter Rotorlänge und 30 Kilowatt Motorleistung. Die Wäscher sind mit austauschbaren Paddeln und Sieben ausgestattet, die zu reduzierten Gesamt-Betriebskosten beitragen. Der neu entwickelte Rotor sorgt dank optimierter Verweildauer des Materials für eine hohe Reinigungswirkung.

Schwere Kunststofffraktionen, wie PET, ABS und PVC werden in einer weiteren Separatorstufe abgetrennt.

Anschließend durchläuft der Kunststoff einen schonend arbeitenden mechanischen Trockner mit 90 Kilowatt-Motor.

Letzte Stufe ist ein Air-Wash-System, das die verbliebenen Feinanteile sowie Folienanteile separiert.

Beim abschließenden Abfüllen in Big Bags liegt die Restfeuchtigkeit der so gewaschenen und getrockneten PE-HD-Flakes unter ein Prozent. Trotz dieses sehr niedrigen Werts und der hohen erreichbaren Durchsätze bis 2500 kg/h seien die Betriebskosten der Waschanlage niedrig, weil eine thermische Trocknung entfalle und der Wasserverbrauch mit nur etwa 5 m³/h angegeben ist.

Mit hoher Robustheit der Gesamtanlage sollen lange Lebensdauer und geringe Betriebskosten generiert werden. Der Einsatz von Edelstahl für alle mit Wasser in Kontakt stehenden Teile trage zu einer langzeitig hohen Systemverfügbarkeit und niedrigem Wartungsaufwand bei.

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