Mühle für die Extrusion

Höhere Effizienz ohne Tänzer

Trichtermühlen, die auch in der Extrusion eingesetzt werden können, versprechen einige Flexibilität im Einsatz. Das gilt auch für einige weitere Mühlenfeatures, die zur K 2016 präsentiert wurden.

Die Trichtermühle mit schallgedämmtem Mahlgehäuse sowie mit zusätzlichen Bypass-Trichtern an der Seite und an der Rückwand kann auch für die Zerkleinerung von Rohren, Profilen und Plattenmaterial eingesetzt werden. (Bilder: Getecha)

Effizienz in der Zerkleinerungstechnik mit Ergonomie am industriellen Arbeitsplatz zu verbinden sei möglich, erklärte Getecha am Beispiel seiner Mühlen-Baureihe RS 45000. Die Trichtermühle für Stundendurchsätze von 700 bis 1200 Kilogramm wwurde mit einem neuen Mahlgehäuse vorgestellt.

Mit einem zusätzlichen, seitlich angebrachten Bypass-Trichter für die Zuführung von Rohren und Profilen aus der Extrusion sowie mit einem weiteren Bypass-Trichter an der Rückseite für die Aufgabe von Plattenmaterial ist die Mühle funktional und damit effizient einsetzbar. In dieser Ausführung kann die RS 45090 von drei Seiten, also vorne, seitlich und hinten, beschickt werden. Für den Anwender bedeutet das bestenfalls, dass er, je nach Produktionsbedingungen, eine oder gar zwei Mühlen weniger benötigt. Eine wichtige Grundlage für die Realisierung dieser Optimierungen ist neben der hohen Gesamtstabilität der Mühle ihr kraftvoller 3-Messer-Rotor und der Einsatz von zwei Statormessern im Mahlwerk. Dank elektrohydraulischen Öffnungsmechanik ist der Zugang zu Trichter und Siebschwinge für Wartungen deutlich vereinfacht.

Zudem biete die Mühle eine hochwirksame integrierte Schalldämmung, die das Betriebsgeräusch der Zentralmühle senkt. Trotz dieser Ergonomie-Maßnahmen baue die Maschine RS 45090 aber dank ihres nach oben verlegten und ins Gehäuse integrierten Antriebs sehr kompakt und beanspruche nur eine verhältnismäßig geringe Stellfläche.

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Drehmoment-Regelung statt Bügelsteuerung

Als weiteres technisches Highlight präsentiert wurde ein neues, Drehmoment-geregeltes Einzugssystem am Beispiel einer – ebenfalls schallgedämmten – Einzugsmühle RS 3004-E. Dieser Mühlen-Typ ist grundsätzlich für den Einsatz in der Folien- und Plattenextrusion konzipiert und bietet einen Doppeleinzug, über den Rest- und Randstreifen unterschiedlicher Dicken mit wechselnder Geschwindigkeit einlaufen können. Über viele Jahre bewährt hat sich dafür eine Bügelsteuerung mit Tänzerarm, die das Tempo des Randstreifen-Einzugs mit der Geschwindigkeit der Folienanlage synchronisiert und die Zugbelastung der Randstreifen regelt. Immer häufiger aber sollen die Randstreifenmühlen ganz nah an der Extrusionslinie geparkt werden, wo viele Maschinen um Stellfläche konkurrieren. Deshalb entwickelte Getecha eine neue, kompaktere Lösung: Nun wird über einen Parameter des Frequenzumrichters das maximale Drehmoment des Einzugsantriebs eingestellt und so der Zug auf die Randstreifen sowie die Einzugsgeschwindigkeit optimiert. Das spart viel Platz und macht die mechanische Bügelsteuerung mit Tänzer überflüssig.

Als Zerkleinerungslösung für Produktionslinien der Kunststofftechnik mit erhöhten Anforderungen an Hygiene und Sauberkeit wurde eine staubdichte Sauberraum-Schiebermühle GRS 180 gezeigt. Sie arbeitet mit einem Scherenschnitt-Rotor und ist ausgelegt für Stundendurchsätze bis 35 Kilogramm. Die Maschine punkte zudem mit einem automatischen Schleusentrichter, integrierten Absaugbehälter und zahlreichen dichtungstechnischen Maßnahmen. Das Ergebnis: Diese Mühle lasse während der Zerkleinerung kaum Staubpartikel oder Mahlgut in die Umgebung austreten und entspreche mit Partikelgrößen <1,0 Mikrometer den Ansprüchen vieler Kunststoff-Verarbeiter.

Aufbereitungsprozesse optimieren

Abgerundet wurde das Ausstellungsprogramm mit der kompakten Beistellmühle RS 1615 und dem Angusspicker Getpick 700. Die schlank konstruierte Beistellmühle für Stundendurchsätze bis 25 Kilogramm sei vor allem hinsichtlich vereinfachter Bedienung und Wartung weiterentwickelt worden. Der Angusspicker hingegen steht exemplarisch für das breit gefächerte Programm an Entnahmesystemen, mit deren Hilfe sich Materialkreisläufe und Aufbereitungsprozesse handhabungstechnisch optimieren lassen. Die Konstruktion ist ausgelegt für Angussgewichte bis 250 Gramm. In Y-Richtung arbeitet er mit einem leichten Kohlefaserrohr als Linearachse. Der Entnahmehub beträgt 500 oder 700 Millimeter, Entnahmezyklus liegt nach Unternehmensangaben unter 1,5 Sekunden.

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