Zero-Waste-Produktion

Annina Schopen,

Neue Recycling-Optionen für bedruckte PP-Folien

Neue Potentiale für eine Zero-Waste-Produktion: Mit PU-basierten Druckfarben konnten aus vollflächig bedruckten, PP-basierten Verpackungsfolien Rezyklate hergestellt, in Flachfolien eingearbeitet und auf Thermoformmaschinen von Kiefel tiefgezogen werden.

Tiefgezogene Becher und Schalen mit >50% PP-Rezyklatanteil, hergestellt aus bedruckter PP-Folie © Kiefel

Die Forschungsinitiative Print CYC, in der Kiefel Mitglied ist, hat weitere Erkenntnisse zur Förderung der Kreislaufwirtschaft von Kunststoffverpackungen durch Werkstoffrecycling erzielt. Mit PU-basierten Druckfarben konnten aus vollflächig bedruckten, PP-basierten Verpackungsfolien farbstabile, geruchs- und defektfreie Rezyklate durch mechanisches Werkstoffrecycling hergestellt werden. Diese konnten problemlos in Flachfolien eingearbeitet und bei niedrigerem Energieverbrauch auf Thermoformmaschinen von Kiefel tiefgezogen werden.

Damit eröffnen sich Verpackungsherstellern künftig neue Verwertungsmöglichkeiten von post-industriellen bedruckten Folienabfällen und Potentiale für eine Zero-Waste-Produktion entlang der Wertschöpfungskette PP-basierter Verpackungen.

Alternative zu Non-food-Verpackungen aus Neuware

Aus den rezyklathaltigen PP-Flachfolien konnte Kiefel sowohl farbige Schalen als auch Becher erfolgreich auf den Maschinen der Serien KMD und KTR thermoformen. „Die Maschineneinstellungen mussten gegenüber der Verarbeitung von Neuware praktisch nicht geändert werden“, betont Olaf Tanner, Leiter Projekt- und Produktmanagement im Bereich Verpackung bei Kiefel. „Die Ausformung, Optik und Funktionalität der tiefgezogenen, rezyklathaltigen Verpackungen ist dabei so gut, dass sie eine echte Alternative zu Non-food-Verpackungen aus Neuware darstellen.“

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Erhöhte Menge an rPP verringert den Energieverbrauch bei der Becherproduktion. © PrintCYC

Darüber hinaus konnten mit steigendem Rezyklatanteil Einsparungen von bis zu 20 Prozent der Heizenergie bei der Produktion der tiefgezogenen PP-Becher im Vergleich zu Virgin-Material beobachtet werden. Dieser Effekt kann durch Einsatz dunkelfarbiger Rezyklate durch die bessere Wärmeaufnahme sogar noch verstärkt werden. „Infolgedessen können wir unsere Maschinen mit einer kürzeren Heizzeit fahren“, ergänzt Tanner.

Damit eröffnen sich Verpackungsmittelherstellern interessante Möglichkeiten, um den Anteil an Neumaterialien ihrer Behältnisse zu verringern, einen Klimabeitrag zu leisten und Energie einzusparen.

Herstellung der rezyklathaltigen PP-Flachfolien

Die Rezyklate konnten problemlos bis zu 100 Prozent in die Mittelschicht von ABA-Flachfolienstrukturen unterschiedlicher Dicke (500 Mikrometer, 800 Mikrometer) eingearbeitet werden. Dabei war der Einsatz von Extrusionstechnik ausgestattet mit Einfachschnecke ohne Entgasung oder Doppelschnecke mit Entgasung gleichermaßen geeignet, um defekt- und geruchsfreie farbige Folien mit exzellenter Dickengleichmäßigkeit und Verstreckbarkeit herzustellen.

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