Post-Consumer-Abfälle

Meinolf Droege,

Pilotanlage für Kunststoff-Rezyklat gestartet

Mit Inbetriebnahme einer Pilot-Anlage für mechanisches Recycling in Lahnstein, Deutschland, sollen Werkstoffe mit sehr hoher Qualität und vielfältigen Möglichkeiten der Weiterverarbeitung erzeugt werden. Markeneigentümer und Weiterverarbeiter sollen Zugang zu den Produkten erhalten, um Qualität und Markteignung zu prüfen.

Post-Consumer-Recyklate in hoher Qualität und in für Großabnehmer interessanten Mengen produzieren – die Voraussetzung dafür sollen mit Hilfe einer neuen Pilotanlage geschaffen werden. © Tomra

Diese Anlage, ein gemeinsames Projekt von Borealis und Tomra, soll demonstrieren, was bereits möglich ist. Die Anlage sei eine wichtige Voraussetzung dafür, den Umstieg auf eine Kreislaufwirtschaft in den kommenden Jahren zu beschleunigen. Die Anlage zeige die Prinzipien der von Borealis gegründeten EverMinds-Plattform, die nach Innovationen auf dem Gebiet kreislauforientierter Kunststoffe forscht. Markeneigentümern und Weiterverarbeitern soll hochwertiges rezykliertes Material auch für anspruchsvolle Anwendungen zur Verfügung gestellt werden.

Die Anlage kann Folien und Kunststoff-Haushaltsabfälle recyceln. Im Gegensatz zu vielen anderen Recyclinganlagen liefere sie Rohstoffe, beispielsweise für anspruchsvolle Anwendungen in Branchen wie Konsumgüter und Automobil. Mit ihrem hohen Reinheitsgrad, geringem Geruch, hoher Beständigkeit und nur leichten Farbabweichungen entsprechen die Recycling-Polymere laut Unternehmen der Borcycle M den Qualitätskriterien der Kunden entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Anzeige

Die Anlage betreiben die Unternehmen Tomra, Borealis und Zimmerman gemeinsam. Borealis ist für den wirtschaftlichen Erfolg der Anlage verantwortlich und bringt sein Wissen in den Bereichen Innovation, Recycling und Compounding ein. Tomra steuert sein Prozess- und Marktkenntnisse bei, die wiederum durch fortschrittliche Sammel- und Sortiersysteme zur Kreislaufwirtschaft beitragen. Zimmerman ist ein Abfallentsorgungsunternehmen mit Erfahrung im Bereich der Trennung verschiedener Abfallarten, einschließlich Kunststoffen, und ist für Anlagenbetrieb und Produktqualität verantwortlich.

Ein Interessent sei Procter and Gamble. das Unternehmen wolle eine robustere Kreislaufwirtschaft vorantreiben. Der neue Ansatz von Tomra und Borealis habe das Potential, die Qualität und die erforderlichen Mengen an Post-Consumer-Recyclingmaterial (PCR) bereitzustellen. Proctor and Gamble gibt an, bis 2030 die Menge eingesetzter Neuware für Verpackungen um 50 Prozent, entsprechend 300 000 Tonnen pro Jahr, zu senken. Die ersten Produkttests seien vielversprechend.

Henkel will die auf fossilen Rohstoffen basierende Kunststoff-Neuware schon bis 2025 halbieren, unter anderem indem der Anteil recycelter Kunststoffe weltweit auf mehr als 30 Prozent steigt. Eine der größten Herausforderungen auf dem Weg zu einer stärkeren Kreislauforientierung sei die Verfügbarkeit hochwertiger recycelter Kunststoffe für die Verpackungen. Auch hier gibt man sich zuversichtlich, das mechanische Recycling auf die nächste Stufe zu heben.

Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige
Anzeige

Nachhaltigkeit

PVC-Branche entwickelt Programm bis 2030

Am virtuellen Nachhaltigkeitsforum Circularvinyl von VinylPlus, dem Nachhaltigkeitsprogramm der europäischen PVC-Branche, beteiligten sich mehr als 180 Teilnehmer aus 24 Ländern. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die wichtigsten bisherigen...

mehr...

Newsletter bestellen

Immer auf dem Laufenden mit dem Kunststoff Magazin Newsletter

Aktuelle Unternehmensnachrichten, Produktnews und Innovationen kostenfrei in Ihrer Mailbox.

AGB und Datenschutz gelesen und bestätigt.
Zur Startseite