Plädoyer für die Kunststoffverbrennung

Kunststoffe energetisch verwerten

Das Verbrennen von Kunststoffen ist in der Öffentlichkeit umstritten. Zum einen akzeptieren viele unter dem Begriff Recycling im Sinn der Nachhaltigkeit nur die stoffliche Verwertung. Zum anderen bieten die befürchteten Emissionen der Verbrennungsanlagen Stoff für Diskussionen. Die Interessengemeinschaft der Thermischen Abfallbehandlungsanlagen in Deutschland (ITAD) versucht, die thermische Verwertung von Kunststoffen als sinnvolle Alternative zu begründen.

Die Verbrennung – oder energetische Verwertung – von Kunststoffen stellt der ITAD als sinnvolle Alternative vor. © Composing yes or no Media, Shutterstock

Die Verwertung von Kunststoffen in Müllverbrennungsanlagen stößt auf Skepsis. Bei den üblichen Verpackungskunststoffen sei die saubere Verbrennung schon in den Molekülen angelegt. Kunststoffe, die für Dosen, Flaschen, Folien und andere Verpackungen verwendet werden, gehören überwiegend zu den Polyolefinen.(1) "Diese Kunststoffsorten wie Polyethylen und Polypropylen bestehen weit überwiegend aus reinem Mineralöl. Bei deren Verbrennung entstehen fast nur Kohlendioxid und Wasserdampf", erklärt Martin Treder, stellvertretender Geschäftsführer des ITAD. Die geringen Gewichtsanteile der Additive entfernen die Rauchgasreinigungsanlagen.

Dafür sorge die heutige Entsorgungstechnik. So verbrennen mehr als 60 Müllverbrennungsanlagen und mehr als 100 andere Anlagen einen großen Teil unseres Abfalls.(2) Dabei sollen mehrstufige Rauchgasreinigungsanlagen gewährleisten, dass von den Emissionen der Anlagen keine Gefahren ausgehen. Die Grenzwerte des Bundes-Immissionsschutzgesetzes für die Luftreinhaltung erfassen alle relevanten Schadstoffe und zählen zu den strengsten weltweit. Die Messgeräte der Anlagen sollen die aktuellen Messwerte der Abluft ständig live an die überwachenden Behörden senden und so die Überwachung rund um die Uhr ermöglichen.

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Das war durchaus nicht immer so. In den 1980er-Jahren genossen Müllverbrennungsanlagen nicht den besten Ruf, da sich mit neuen Analysemethoden die bis dahin unerkannten Schadstoffe Dioxin und Furane in ihrer Abluft nachweisen ließ. In der Folge wurden die Anlagen und Filter verbessert.(3) Heute bedeute die energetische Verwertung von Haushaltabfällen und Kunststoffverpackungen keine Schädigung der Umwelt mehr.

Aufgrund sehr niedriger Konzentrationen gestalte sich das Messen von Schadstoffen inzwischen oft schwierig. "Vielfach messen wir im realen Betrieb rund um den Nullpunkt, was die Messgerätetechnik häufig hinsichtlich der geforderten Messgenauigkeiten an ihre Grenzen bringt", erklärt Martin Treder "In Nordrhein-Westfalen wird ein sehr enges Messstellennetz vom Landesumweltamt betrieben. Die Anzahl der Messstationen liegt derzeit bei rund 170. Da sich die Luft erheblich verbessert hat, konnten bereits rund 400 Messstellen deaktiviert werden." So kommt es, dass aus den Kaminen von Müllverbrennungsanlagen kein Rauch, sondern fast nur noch reiner Wasserdampf herausströmt, in dem sich unerwünschte Partikel kaum noch nachweisen lassen.

Abgasreinigung in mehreren Stufen
Das liege an der modernen, mehrstufigen Behandlung des Abfalls. Während der Feuerung werden demnach die organischen Schadstoffe nahezu vollständig zerstört. Das Abgas wird in weiteren Schritten gereinigt: Entstaubung, Absorption von sauren Gasen, Filterung von Feinstaub sowie Entfernung von Stickoxiden (NOx). Die so gereinigten Abgase sollen fast keinen Feinstaub und nur irrelevante Mengen an Schwermetallen und Dioxinen.(4) "Die Abfallverbrennungsanlagen spielen bezüglich der Gesamtemissionen von Schadstoffen wie Stickoxiden in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle", bekräftigt Martin Treder.

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