Neue Recyclingtechnik

Post-Consumer-Matratzen recyclen

Eine Technologie und Reaktoranlage für die chemische Umwandlung von PU-Schaumstoff aus Post-Consumer-Matratzen in hochwertige Polyole für den Einsatz in PU-Hartschäumen hat das Unternehmen H und S nach eigenen Angaben entwickelt.

Die neue Anlage umfasst sämtliche Reaktor-, Lager- und Fördereinrichtungen für die festen und flüssigen Eingangsstoffe sowie das rückgewonnene Polyol. (Bild: H und S)

Da Matratzen nicht biologisch abbaubar sind, ist es schwierig, sie auf herkömmliche Weise zu recyceln. Von den bis zu 30 Millionen Matratzen, die nach Unternehmensangaben jährlich in der EU entsorgt werden, finden schätzungsweise 60 Prozent ihr Ende als „Sperrmüll“ auf der Deponie, während 40 Prozent in einem vergleichsweise teuren Verfahren verbrannt werden.

Die neue Technologie basiere auf einem optimierten Acidolyse-Verfahren und ermögliche die Gewinnung hochwertiger Polyole, die bis zu 50 Prozent der Neupolyole ersetzen können, ohne die physischen und mechanischen Eigenschaften des Endprodukts zu beeinträchtigen. Das Verfahren sei bereits auf einer kontinuierlich arbeitenden Produktionsanlage eines europäischen Herstellers von PU-Dämmplatten erprobt worden.

Im Gegensatz zu den bisher bekannten Verfahren weisen, so der Entwickler, diee Polyole eine gute Reaktivität auf und enthalten keine gefährlichen primären aromatischen Amine. Die Kosten für die Rückgewinnung der Polyole seien um etwa 35 Prozent niedriger als der Marktpreis von Neupolyolen. Die neue Anlage umfasst sämtliche Reaktor-, Lager- und Fördereinrichtungen für die festen und flüssigen Eingangsstoffe sowie das rückgewonnene Polyol und ermöglicht die Gewinnung von rund 2500 Tonnen Polyol pro Jahr.

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