Chemisches Recycling

Annina Schopen,

Zirkuläre Lösungen mit der Chemie voranbringen

Covestro präsentiert auf der Ifat zum einen Technologieansätze, mit denen Kunststoffe mechanisch und chemisch recycelt werden können. Außerdem ist der Kunststoffhersteller Mitaussteller am Gemeinschaftsstand des VCI, der sich dem Thema chemisches Recycling widmet.

Bei seinem ersten Auftritt auf der IFAT Fachmesse stellt Covestro unter anderem innovative Recycling-Technologien vor. Hier eine Pilotanlage zur smarten Pyrolyse. © Covestro

Covestro will sich vollständig auf die Kreislaufwirtschaft ausrichten. Dazu treibt das Unternehmen die Entwicklung von ressourcenschonenden Verfahren voran, um seine Produkte recyclingfähig zu machen. In den Märkten, in denen Covestro aktiv ist, will das Unternehmen deshalb vermehrt auf Nachhaltigkeit und Zirkularität beruhende Materiallösungen anbieten. Die eigene technologische Entwicklung fokussiert sich dabei auf vier Recyclingansätze. Neben dem mechanischen Recycling, das bereits für den Hochleistungskunststoff Polycarbonat und Thermoplastisches Polyurethan (TPU) zur Anwendung kommt, entwickelt Covestro chemische Recyclingverfahren: Dazu zählen Chemolyse, smarte Pyrolyse und enzymatisches Recycling. Ziel dieser Verfahren ist es, rezyklierte Kunststoffe in Neuwarenqualität herzustellen und dabei den Umweltfußabdruck gegenüber konventioneller fossil-basierter Produktion von Polymeren und Polymerrohstoffen signifikant zu senken. In der Verfahrensentwicklung setzt Covestro seine Kernkompetenz der Chemie ein.

„Wir verstehen uns als treibende Kraft der in Entwicklung befindlichen Kreislaufindustrie, bei der perspektivisch Chemie- und Entsorgungswirtschaft enger zusammenwachsen und Synergien geschaffen werden müssen“, erklärt Markus Steilemann, Vorstandsvorsitzender von Covestro. „Wir gehen hier für die gesamte Branche mit Elan voran: Mit verschiedenen Recycling-Ansätzen können wir zielgerichtet die verschiedenen Rohstoffe zurückgewinnen, die wir für die Produktion unserer Kunststoffe benötigen. Unser Ziel ist, Materialien aus Altprodukten vollständig im Kreis zu fahren, um fossile Rohstoffe und Treibhausgasemissionen einzusparen und gleichzeitig recycelte Hochleistungsmaterialien in Neuwarenqualität anzubieten.“ Bis 2030 will das Unternehmen rund eine Milliarde Euro in Projekte zur Kreislaufwirtschaft investieren. In Leverkusen betreibt Covestro bereits eine Pilotanlange zum chemischen Recycling von Polyurethan-Weichschäumen.

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Darüber hinaus wird Covestro im Rahmen der Ifat in München präsentieren, wie zirkuläre Lösungen im Produktportfolio für den Kunden noch besser erkennbar werden. Mit dem Konzept „CQ“ zeigt Covestro für seine Produkte künftig die alternative Rohstoffbasis an, wenn sie mindestens 25 Prozent beträgt. „CQ“ steht dabei für Circular Intelligence. Zu den ersten CQ-Produkten gehört Desmodur CQ. Polyurethane auf Basis von Desmodur CQ kommen unter anderem in Polstermöbeln, Matratzen oder in der Wärmedämmung zum Einsatz. Sie werden beispielsweise als Lacke für Autos oder Haushaltsgeräte verwendet.

„Um sinnvolle Klimaschutzmaßnahmen zu ergreifen, brauchen wir einen Wandel, einen Paradigmenwechsel, für uns, unsere Kunden und jeden in der gesamten Wertschöpfungskette. Gleichzeitig muss der Nutzen in der Anwendung solcher Lösungen klar erkennbar sein. Die chemische Industrie muss sich als zentraler Teil der Wertschöpfung grundlegend verändern – hin zu alternativen Rohstoffen und erneuerbaren Energien“, sagt Sucheta Govil, Chief Commercial Officer und Mitglied des Vorstands von Covestro.

Kooperationen liefern Beitrag zu vollständiger Kreislaufwirtschaft

Neue Recyclingverfahren sowie die Zusammenarbeit mit Partnern aus Industrie und Forschung leisten einen wichtigen Beitrag zum Erreichen einer vollständigen Zirkularität. So koordiniert Covestro beispielsweise das EU-Projekt „Circular Foam“ mit 22 Partnern aus neun Ländern. Ziel des Projekts ist es, innovative chemische Recyclingverfahren für Polyurethan-Hartschäume zu entwickeln. PU-Hartschäume tragen als Dämmmaterial zur Energieeffizienz von Kühlgeräten und Gebäuden bei – für einen nachhaltigen Lebenszyklus fehlen bislang jedoch ein koordiniertes Abfallmanagement sowie geeignete Recyclingverfahren. Durch chemisches Recycling könnten ab 2040 jährlich bis zu eine Million Tonnen Abfall und 2,9 Million Tonnen CO2 eingespart werden.

Covestro auf der Ifat 2022:
Gemeinschaftsstand der Deutschen Gesellschaft für Abfallwirtschaft (Halle/Stand: A6 125/224)
Gemeinschaftsstand des VCI (Halle/Stand: A6 231)

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